Tag der Wirtschaft: Bührer ruft zu mehr Mut auf
Aktualisiert

Tag der WirtschaftBührer ruft zu mehr Mut auf

Am Tag der Wirtschaft in Baden hat economiesuisse-Präsident Gerold Bührer mehr Mut zum Wettbewerb gefordert.

Nur mit offenen Märkten könne die gesamte Wirtschaft gestärkt werden, sagte er vor 400 Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Die Schweiz gehöre allen pessimistischen Stimmen zum Trotz zu den Gewinnern der Globalisierung.

Die Zahl der Beschäftigten sei gestiegen, und das Exportwachstum läge deutlich über der Zunahme des Welthandelsvolumens. Zudem habe auch die jüngste weltwirtschaftliche Abkühlung nicht zu gefährlichen Ungleichgewichten geführt, sagte Bührer.

Die Schweizer Wirtschaft sei gut aufgestellt. Deshalb gebe es für economiesuisse auch keinen Grund, von ihrer Konjunkturprognose fürs laufende Jahr abzuweichen. Der Wirtschaftsdachverband rechnet mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts von rund 1,6 Prozent.

Um das Wohlergehen der Wirtschaft zu sichern, gelte es nun, nach dem Scheitern der WTO-Verhandlungen, die bilateralen Verhandlungen voranzutreiben. ·Dabei sollten nicht nur in der Aussenwirtschafts-, sondern auch in der Aussenpolitik die nationalen Interessen Priorität haben·, sagte Bührer.

Wettbewerb im Inland stärken

Doch nicht nur mit Freihandelsabkommen soll der Wettbewerb gestärkt werden, auch im Inland forderte Bührer mehr Mut zum Wettbewerb. Anstatt an die Ängste zu appellieren, sollte sich die Schweiz vermehrt den entgehenden Chancen wegen zu wenig Wettbewerb bewusst werden.

Mehr Wettbewerb, sei es bei der Bildung mit der Schulwahl, bei der Post, bei der Energieversorgung oder beim Verkehr, werde letztlich über Innovation und Produktivitätsfortschritte die gesamte Volkswirtschaft stärken, so Bührer.

Verantwortung der Wirtschaft

Der economiesuisse-Präsident appellierte aber auch an die Verantwortung der Wirtschaft. So rief er dazu auf, bei den Löhnen für Topmanager Mässigung zu zeigen und von Entschädigungssystemen Abschied zu nehmen, die nicht im Interesse der langfristigen Unternehmensentwicklung lägen.

Ausserdem dürften die Wurzeln bewährter Unternehmenskultur nicht zeitgeistiger Modeströmungen geopfert werden. Um die Bevölkerung zu überzeugen, müsse auf das Langfristige fokussiert werden und für die notwendige Bodenhaftung gesorgt werden. (sda)

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