Bündner Bär JJ3 riskiert Abschuss
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Bündner Bär JJ3 riskiert Abschuss

Kaum aus dem Winterschlaf erwacht, treibt der Bündner Braunbär JJ3 bereits wieder Unfug: In zwei Maiensäss-Siedlungen im Albulatal suchte er am Wochenende nach Fressbarem und plünderte Abfallcontainer.

Der Problembär lebt gefährlich. Sollte er sich trotz intensiven Vergrämungsaktionen weiterhin in der Nähe von Siedlungen und damit von Menschen aufhalten, droht die Einstufung als Risikobär und damit der Abschuss.

Das mit einem GPS-Sender permanent überwachte Tier sei voll aktiv und schnell in der Region des Albulatales über Tiefencastel bis nach Lenzerheide unterwegs, erklärte der Bündner Jagdinspektor Georg Brosi. Überall suche er fieberhaft nach Essen und schlecke selbst Katzenteller aus. In einem der Maiensäss-Gebäude hielt sich der Besitzer auf, als der gut zweijährige Bär in der Abenddämmerung auftauchte. «Der Mann hörte den Bären rumoren, ging hinaus und verjagte ihn», so Brosi.

Die Wildhüter versuchen nun, dem Raubtier mit Gummischrot und Knallpetarden das Eindringen in Siedlungen abzugewöhnen. Die Vergrämung dürfte schwierig werden, denn JJ3 hat von

seiner Mutter Jurka gelernt, in Siedlungen nach Futter zu suchen. Jurkas erster Sohn Bruno war ebenfalls ein Problembär. Er wurde in Bayern geschossen und ist nun ausgestopft in einem Münchner Museum ausgestellt. Falls sich JJ3 nicht erziehen lässt, müsste er gemäss einem Konzept des Bundes als Risikobär eingestuft und abgeschossen werden.

Der zweite Bündner Bär MJ4 – der Halbbruder von JJ3 – hat wenig zu befürchten. Er ist auch aus dem Winterschlaf erwacht, meidet aber Menschen und Häuser.

AP/SDA

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