Ein Tag, drei Medaillen: Bündner Festspiele in Sotschi
Aktualisiert

Ein Tag, drei MedaillenBündner Festspiele in Sotschi

Bereits sieben Medaillen hat die Schweiz nach noch nicht einmal der Hälfte der Olympischen Spiele geholt. Vier gehen auf das Konto des Kanton Graubünden – heute allein gabs drei.

von
Marcel Allemann
Sotschi

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind Bündner Festspiele. Der Kanton Graubünden stellt mit 35 Athleten nicht nur den grössten Anteil der 163-köpfigen Delegation aufgeteilt nach Kantonen, sie sorgen auch dafür, dass es etwas zu feiern gibt. Nur gerade bei den Medaillen in der Frauen-Abfahrt von Dominique Gisin (Obwaldnerin) und Lara Gut (Tessinerin) waren die Bündner nicht im Spiel. Bei jener von Halfpipe-Olympiasieger Iouri Podladtchikov gibt es zumindest eine Teil-Beteiligung, denn der Zürcher absolvierte in Davos die Sportmittelschule und leitete dort auch seine Profi-Karriere ein.

Alle Drei sind Rätoromanen

Doch nun zu den wahren Bündnern: Da wäre einmal Dario Cologna, der aus dem Münstertal stammt, aber inzwischen in Davos lebt, mit seinen zwei Langlauf-Goldmedaillen. Ebenso einen Steinbock im Herzen tragen Ski-Kombinations-Olympiasieger Sandro Viletta aus La Punt und Biathlon-Silbermedaillengewinnerin Selina Gasparin aus S-chanf – die beiden Gemeinden liegen im Oberengadin. Speziell ist auch, dass sowohl Cologna, wie auch die beiden anderen heutigen Medaillenhelden Viletta und Gasparin aus einer Region kommen, in der Rätoromanisch gesprochen wird. Alle Drei sprechen diese Minderheiten-Sprache, von der im Unterland oftmals fast vergessen wird, dass sie überhaupt noch existiert.

Weitere heisse Eisen im Feuer

Die Bündner haben auch gute Chancen, dass es nicht bei den vier bis jetzt gewonnen Medaillen bleibt, haben sie doch noch weitere heisse Eisen im Feuer. Erstens sind Cologna, Viletta und Gasparin mit ihren Wettkämpfen ja noch nicht fertig und zweitens gibt es da auch noch Alex Fiva aus Parpan, der im Skicross mit grossen Ambitionen an den Start geht - und einen gewissen Carlo Janka aus Obersaxen, der im Super-G nicht chancenlos ist.

Ach ja, der Autor dieses Artikels ist übrigens aus Chur GR. Und heute ziemlich stolz, Bündner zu sein...

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