Medienkonferenz : Graubünden will vom 11. bis 13. Dezember verschiedene Regionen durchtesten

Medienkonferenz Graubünden will vom 11. bis 13. Dezember verschiedene Regionen durchtesten

Die Bündner Regierung informierte an einer Medienkonferenz über die am Freitag neu erlassenen Corona-Massnahmen. 20 Minuten berichtete live.

Graubünden plant Massentests

Die Bündner Regierung hat am Freitag an einer Medienkonferenz über die neu erlassenen Corona-Massnahmen informiert. (Video: RTR)

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Freitag, 04.12.2020

Ende der Medienkonferenz

Am 15. Dezember erfolge eine Beurteilung der ergriffenen Massnahmen durch die Regierung. Und damit ist die Medienkonferenz beendet.

Schreckensszenario

Was wäre das Schreckensszenario, das der Bundesrat am Nachmittag beschliessen könnte? Ein Schreckenszenario wäre aus Sicht von Marcus Caduff, wenn der Bundesrat eine Einschränkung der Kapazität in den Skigebiet von beispielsweise 50 Prozent beschliessen würde. Gar nichts zu tun, wäre wohl aber auch ein schlechtes Signal.

Sind die Tests freiwillig?

Sind die Tests freiwillig? Man habe keine Rechtsgrundlage jemanden dazu zu zwingen. Die Tests seien deshalb selbstverständlich freiwillig und für die Testpersonen auch kostenlos.

Einkaufen

Das Einkaufen werde noch zugelassen, weil man ja nur über kurze Zeit mit anderen Leuten in Kontakt und durch Masken geschützt ist.

Impfzentren geplant

Pfizer/Biontech haben eine Notfall-Zulassung bei der amerikanischen und der europäischen Zulassungsbehörde eingereicht. In der Schweiz habe man die nötigen Unterlagen noch nicht, um die Zulassung zu gewähren, so die Kantonsärztin. Eine übergeordnete Impfstrategie werde erarbeitet, sowie auch logistische Vorbereitungen. Zur Strategie könne noch nicht viel gesagt werden. In einer ersten Runde würden ganz bestimmt nur Risikopersonen geimpft werden. Dazu gehören ältere Personen aber auch das Gesundheitsfachpersonal.

Allenfalls werde es im Kanton einige Impfzentren geben, auch da sei man noch in der Abklärung und Vorbereitung. Die Impfstrategie werde für die ganze Schweiz die gleiche sein, die genaue Umsetzung liege bei den Kantonen.

Strengere Polizeikontrollen

Die Polizei kontrolliert die Schutzkonzepte in den Betrieben. Viele hätten diese vorbildlich eingeführt, es gäbe aber auch Schwarze Schafe. Man werde deshalb nun die Kontrollen intensivieren. Es gehe nicht in erster Linie darum, Bussen auszustellen, sondern die Kontrollen mit verhältnismässigem Augenmass durchzuführen. Die Polizei appelliert an die Eigenverantwortung der Betriebe.

Kapazität der Spitäler im Visier

Die Sensibilisierung und die Überwachung der Kapazitäten in den Spitälern werde weiterhin sorgfältig beobachtet, gerade eben weil es vermehrt Wintersportler in den Regionen geben wird und die Unfallwahrscheinlichkeit steigt. Regierungsrat Peyer ruft noch einmal dringlich dazu auch, zu testen. Auch bei geringen Symptomen.

Man solle sich von der Impfung noch nicht allzu viel versprechen. Die Meldungen über Pfizer/Biontech, wonach es Probleme mit dem Impfstoff gibt, gäben aktuell nicht viel Anlass dazu.

Ziele realistisch?

Ob es überhaupt realistisch ist, die Zahlen in zwei Wochen zu senken? Durch das vermehrte Testen werde man vermutlich vorerst einen Anstieg der Fälle feststellen, so Kantonsärztin Marina Jamnicki. Werden diese Leute jedoch isoliert, werden sie keine weiteren Personen infizieren. Insofern sei man zuversichtlich. Man strebe keine konkreten Zahlen, sondern eine Veränderung in der Dynamik an.

Lockdown zu spät?

Wäre es nicht besser gewesen, den Lockdown früher einzuführen? Eine berechtigte Frage, so Peyer. Doch im Nachhinein Prophet zu sein, sei unkompliziert. Man habe mit der Maskenpflicht die Kurve zeitweise abflachen können. Im November stieg die Kurve wieder an. Man sei heute parallel mit der gesamtschweizerischen Durchschnittskurve wie auch das Wallis. Der bisherige Kurs habe sich bewährt. Man müsse jetzt aber diese Massnahmen umsetzen, damit man zu Weihnachten dort ist, wo man hinmöchte und möglichst ohne Einschränkungen den Winter geniessen könne.

Fragerunde eröffnet

Welche Möglichkeiten gibt es für die Flächentests? Im Moment teste man noch mit der Nasen-Rachen-Abstrich-Möglichkeit, man sei aber auf der Suche nach einfacheren Möglichkeiten, so Peter Peyer.

Testverfahren intensivieren

«Der Jojo-Effekt muss verhindert werden», so Regierungsrat Peter Peyer. Graubünden mache ein Pilotprojekt für die Schweiz. Man wolle eine Teststrategie auf drei Schienen fahren:

1. Flächentests in den Bündner Regionen Maloja, Bernina und Engiadina Bassa/Val Müstair vom 11.-13. Dezember.

2. Intensivierung des Ausbruchsmanagement: Ansteckungskette schneller unterbrechen.

3. Kontrolltestung wird aufgebaut: Betriebe sollen regelmässig die Möglichkeit haben, Mitarbeiter durchzutesten. Sämtliche Tests seien zu diesem Zweck kostenlos.

Sekundarstufe 2

Die bestehenden Massnahmen bleiben erhalten. Diese seien ebenfalls gut umgesetzt worden. Und sie sollen weiterhin so gut eingehalten werden.

Schulen

Die Maskentragepflicht in der Sekundarstufe 1 werde vorbildlich eingehalten. Lehrpersonen aller Schulstufen müssen ab sofort auch im Unterricht Masken tragen. Diese Regelung ist neu. Schüler der Primarschule müssen wie bisher keine Maske tragen.

Individueller Sport erlaubt

«In der jetzigen Situation helfe nur eine starke Beschränkung der Kontakte», so Domenic Parolini, Vorsteher des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartementes. Mehr als zehn Personen in öffentlichen und privaten Räumen sind verboten. Kino, Theater, Museen bleiben geschlossen. Auch Kontaktsportarten sind verboten, wie Fussball oder Kampfsportarten. Nur Berufssport und das individuelle Training bleibe erlaubt. Erlaubt sind auch Trainings- und Wettkämpfe im professionellen Bereich. Trainings- und Meisterschaftsspiele des HC Davos bleiben also erlaubt. Parolini ruft die Bevölkerung dazu auf, der Gesundheit was Gutes zu tun und individuell Sport zu treiben.

Drei Säulen

Regierungsrat Marcus Caduff präsentiert die Massnahmen in drei Säulen:

Säule 1: Sofortmassnahmenpaket mit Ziel zur Beschränkung der Kontakte. Indoor und Freizeitanlagen. Geschlossen bleiben öffentliche Institutionen, Ausnahme bilden Anlagen der Hotelbetriebe, wie Wellnessbereich und Gastro. Die Gastrobetriebe seien rasch über die Massnahmen informiert worden, um die Einkäufe fürs Wochenende noch rechtzeitig zu stoppen. Viele Restaurants müssten trotzdem auf frischer Ware sitzen bleiben. Die im Frühling beschlossenen Härtemassnahmen werdend darum bis Ende Jahr verlängert.

Säule 2: Intensivieren der Kontrollen und Schutzkonzepte: Bei Missachtung werde streng sanktioniert, wer jetzt noch kein Schutzkonzept habe, habe den Ernst der Lage nicht begriffen. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass der Bundesrat entsprechende Massnahmen für den Detailhandel am Nachmittag beschliesse.

Säule 3: Intensivierung der Testkapazitäten. Es werde sich noch ein Kollege genauer dazu äussern.

Die Massnahmen beruhen auf das Walliser Konzept.

«Spitäler haben beschränkte Kapazitäten»

Es besteht die Gefahr, dass wir in den Spitälern an die Grenze stossen - gerade auch weil die Wintersaison ansteht. Viele Fälle im Kanton Graubünden seien unentdeckt, weshalb das vermehrte Testen unabdingbar werde, so Cavigelli.

«Intensivieren die Testkapazitäten»

«Wir intensivieren die Testaktivitäten, wir intensivieren die Kontrollen. Wir werden die Ziele erreichen, dafür braucht es aber alle», so Christian Rathgeb. Er übergibt das Wort an den Vizeregierungspräsidenten Mario Cavigelli. Im Kanton Graubünden seien die Zahlen vorübergehend vertretbar gewesen, während in der Westschweiz die Zahlen nach oben schnellten. Die betroffenen Kantone haben einschneidende Massnahmen getroffen, welche ihre Wirkung gezeigt haben.

Beginn der Medienkonferenz

Regierungspräsident Christian Rathgeb hat das Wort: Die Massnahmen müssen verhältnismässig verschärft werden. Die Zahl der Infektionen habe sich verdoppelt, die Ansteckungen sinken nicht. Es seien gegenwärtig 100 neue Fälle pro Tag, diese Personen stecken pro Tag weitere 100 an. Die Hälfte davon, wisse nicht, wo sie sich angesteckt haben. Die Schliessung der Skigebiete soll mit allen Mitteln verhindert werden.

Neue Massnahmen offiziell

Was in den letzten Tagen schon durchgesickert ist, hat sich nun offiziell bestätigt: Der Kanton Graubünden verschärft seine Corona-Massnahmen. Ab dem Freitag gilt per sofort: Treffen von über 10 Personen im privaten Rahmen sind verboten – das gilt auch für den öffentlichen Raum, also Pärke, Trottoirs, Plätze etc. Restaurants gehen zu. Nur noch Take Away und Lieferdienste bleiben geöffnet.

Zudem werden Kinos, Museen, Galerien, Bibliotheken und Mediatheken, Sport- und Fitnesszentren, mit Ausnahme von Schulsportturnhallen, einschliesslich Kletterhallen, Eissportanlagen, Leichtathletikstadien und dergleichen, Wellnesszentren, öffentliche Schwimmbäder und Bäder, Bowlingbahnen, Clubbetriebe, Konzerthallen und andere gleiche oder ähnliche Orte geschlossen. Das schreibt die «Südostschweiz»

Medienkonferenz um 10 Uhr mit Gesamtregierung und Fachleuten

Um 10 Uhr informiert die Gesamtregierung des Kantons Graubünden sowie Martin Bühler, Chef Kantonaler Führungsstab, Kantonsärztin Marina Jamnicki und Walter Schlegel, Kommandant Kantonspolizei über das Gesamtkonzept zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie. So soll die Wintersaison über Weihnachten und Neujahr und die Weihnachtsfeiern in den privaten Haushalten gewährleistet werden.

Bereits gestern wurde bekannt, dass Restaurants ab heute 23 Uhr für 14 Tage schliessen müssen. Ab Samstag dürfen nur noch Hotelgäste bedient werden. Bis 22 Uhr sind Lieferdienste und Take-away-Angebote erlaubt.