Bündnerland mit Widmer-Schlumpf solidarisch
Aktualisiert

Bündnerland mit Widmer-Schlumpf solidarisch

Die Bündner Regierung hat die Angriffe gegen Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf scharf verurteilt. Empörung auch in Felsberg: In der Heimatgemeinde der Bundesrätin kommt es am Donnerstag zur einer Solidaritätskundgebung.

Es gehe nicht an, dass eine Politikerin wie «Freiwild behandelt und an den Pranger gestellt» werde, sagte Regierungspräsident Stefan Engler am Dienstag am monatlichen Treffen mit den Medien in Chur im Namen der fünfköpfigen Kantonsregierung. Die Angriffe seien respektlos gegenüber der Person von Eveline Widmer-Schlumpf und gegenüber ihren Amt als Bundesrätin.

Eveline Widmer-Schlumpf verdiene den persönlichen Respekt, betonte Engler. Die ehemalige Bündner Finanzdirektorin sei von der Vereinigten Bundesversammlung demokratisch legitimiert ins Amt gewählt worden. Sie habe alle Fähigkeiten, das Amt kompetent, würdevoll und zum Wohle des ganzen Landes auszuüben.

Aufruf zur Mässigung

Unter den Angriffen leide auch die politische Kultur. Die Regierung teile die Empörung vieler Menschen im Lande darüber, wie derzeit mit der Bundesrätin umgegangen werde.

Die Bündner Regierung rufe auf zur Mässigung und Versachlichung der Standpunkte, erklärte Engler weiter. An Kundgebungen für die Bundesrätin wird sich die Kantonsregierung allerdings nicht beteiligen. Die Regierung habe andere Kanäle, um ihrer früheren Kollegin den Rücken zu stärken.

Solidaritätskundgebung in Felsberg

Eine Kundgebung unter dem Titel «Solidarität für Eveline Widmer- Schlumpf» wird am Donnerstag im bündnerischen Felsberg, der Heimatgemeinde der Bundesrätin, veranstaltet. Geplant ist auch eine Unterschriftensammlung für eine Solidaritätspetition zuhanden der SVP Schweiz und der Bündner Sektion.

Aufgerufen zur Veranstaltung am 100. Tag der Amtsausübung der neuen Bundesrätin haben die SVP- und die FDP-Ortspartei sowie Gemeindepräsident und FDP-Grossrat Markus Feltscher. Eingeladen sind «alle demokratisch gesinnten Felsberger und Bündner Einwohner», welche Widmer-Schlumpf auch in «politisch rauhen Tagen unterstützen», wie es in einer Mitteilung heisst.

«Wir verurteilen den rüden Umgang mit der nach rechtsstaatlichen und demokratischen Grundsätzen gewählten Bundesrätin aufs Schärfste», schreiben die Organisatoren. In der Gemeinde-Aula, wo die Wahl der Bundesrätin am 16. Dezember gefeiert wurde, äussern sich Politikerinnen und Politiker zur Frage: «Was zählen demokratische Werte noch?»

Auftreten werden die Bündner SVP-Nationalrätin Brigitta Gadient, die Zürcher alt CVP-Nationalrätin und Präsidentin der Frauenorganisation Alliance F, Rosemarie Zapfl, sowie der Bündner SVP-Nationalrat Hansjörg Hassler.

(sda)

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