Fasnacht in Schwyz: Bündnis plant Demo gegen Ku-Klux-Klan-Fasnächtler
Aktualisiert

Fasnacht in SchwyzBündnis plant Demo gegen Ku-Klux-Klan-Fasnächtler

Schwyzer wollen den Auftritt des Ku-Klux-Klans an der Fasnacht nicht einfach so hinnehmen. An einer Kundgebung wollen sie gegen Rassismus demonstrieren.

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20M

Im Video eines Leser-Reporters ist zu sehen, wie die Gruppe in Ku-Klux-Klan-Kutten in Schwyz durch die Hinterdorfstrasse marschiert. (Video: 20 Minuten / Leser-Reporter)

Eine «breite und bunte Demonstration» soll es werden: Am 13. April will das «Bündnis Buntes Schwyz» eine Demonstration gegen Rassismus durchführen. Ein entsprechendes Gesuch wurde am Dienstag bei der Gemeinde Schwyz und der Kantonspolizei eingereicht, berichtet der «Bote der Urschweiz» (Bezahlartikel).

«Mit Narrenfreiheit hat das absolut nichts zu tun!»

Mit der Demo will das Bündnis auf den Auftritt einer als Ku-Klux-Klan verkleideten Gruppe, die am Güdelmontag in Schwyz an der Fasnacht unterwegs war, reagieren. Das Bündnis wurde extra dafür ins Leben gerufen und besteht aus Einzelpersonen aus Schwyz.

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Güdelmontag auf dem Hauptplatz in Schwyz: Eine Gruppe Fasnächtler ging verkleidet als Mitglieder des Ku-Klux-Klans mit brennenden Fackeln an die Fasnacht.

Güdelmontag auf dem Hauptplatz in Schwyz: Eine Gruppe Fasnächtler ging verkleidet als Mitglieder des Ku-Klux-Klans mit brennenden Fackeln an die Fasnacht.

Leser-Reporter
Auf der Brust trugen die Verkleideten das brennende Feuerkreuz – ein Symbol des rassistischen Geheimbunds, der seinen Ursprung in den Südstaaten der USA hat.

Auf der Brust trugen die Verkleideten das brennende Feuerkreuz – ein Symbol des rassistischen Geheimbunds, der seinen Ursprung in den Südstaaten der USA hat.

Leser-Reporter
Unterhalb des Symbols stehen die Buchstaben «KKK», eine Abkürzung für Ku-Klux-Klan, die vom originalen Geheimbund jedoch nicht unbedingt verwendet wird.

Unterhalb des Symbols stehen die Buchstaben «KKK», eine Abkürzung für Ku-Klux-Klan, die vom originalen Geheimbund jedoch nicht unbedingt verwendet wird.

Leser-Reporter

Inzwischen ist klar: Unter den Kutten steckten zwölf junge Schweizer. Die Beteiligten wurden inzwischen von der Kantonspolizei Schwyz vernommen. «Mit Narrenfreiheit hat das absolut nichts zu tun! Während ihres Fackelzugs haben die Kapuzenträger Neonazi-Flaggen gezeigt und Hitlergrüsse gemacht. Das war kein dummer Lausbubenstreich, sondern politisch motivierter Rassismus, der unsere Fasnacht missbraucht hat», schreibe das Bündnis im Demo-Aufruf.

«Keinen Bock auf Rassisten und Hasspropaganda»

«Wir werden damit zeigen, dass Schwyz kein Nazi-Nest, sondern ein bunter Flecken mit vielen geilen Leuten ist», heisse es weiter. Denn es sei so, dass «die allermeisten Schwyzerinnen und Schwyzer absolut keinen Bock auf Rassisten und ihre Hasspropaganda haben».

Die Demo finde erst am 13. April statt, sodass genügend Zeit vorhanden sei, damit sich die Teilnehmer darauf vorbereiten könnten. Möglichst gross solle die Demo werden: «Es gibt viele Arten sich einzubringen – werdet aktiv und kreativ.» Gestartet wird am Bahnhof Seewen, danach werden die Demonstranten nach Schwyz ziehen.

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