Bürgenstock: Zypern-Delegationen eingetroffen

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Bürgenstock: Zypern-Delegationen eingetroffen

Die Delegationen für die entscheidende Zypern-Verhandlungsrunde sind am Dienstag auf dem Bürgenstock eingetroffen.

Die Türkei machte im Vorfeld der Gespräche klar, dass es nicht eine Lösung «um jeden Preis» geben werde.

Die Delegationen der griechisch- und türkisch-zyprischen Seite sowie Griechenlands und der Türkei sind am Dienstagnachmittag auf dem Bürgenstock NW angekommen, wie ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gegenüber der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage sagte.

Das letzte Teilstück zum Luxushotelkomplex hoch über dem Vierwaldstätterse legten die Delegationen in Super-Puma-Helikoptern des Schweizer Militärs zurück, hiess es weiter. Auf dem Bürgenstock herrschte zu diesem Zeitpunkt dichtes Schneetreiben.

Nicht «um jeden Preis»

Die Verhandlungen unter UNO-Schirmherrschaft sollten am Mittwoch aufgenommen werden. Nach erfolglosen Verhandlungen in Nikosia über eine Wiedervereinigung Zyperns geht es in der Innerschweiz in die entscheidende Runde. Griechenland und die Türkei haben laut UNO- Fahrplan eine Woche Zeit, sich auf einen Kompromiss zu einigen.

Eine Lösung «um jeden Preis» werde es mit der Türkei nicht geben, sagte der türkische Aussenminister Abdullah Gül am Dienstag vor seiner Abreise in die Schweiz. Ankara tritt nach Angaben Güls für ein «dauerhaftes» Abkommen ein.

Für die griechische Seite sei eine Lösung der Zypern-Frage undenkbar, bei der die Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit «für immer» ausgesetzt würde, hiess es aus Kreisen des Aussenministeriums in Athen.

Die Lösung müsse all das respektieren, was in der Europäischen Union (EU) gelte. Sie dürfe nicht sozusagen für immer davon abweichen, sagte der griechische Aussenminister Petros Molyviatis.

Ganz oder halb in die EU

Der griechisch-zyprische Präsident Tassos Papadopoulos äusserte sich vor Verhandlungsbeginn sehr zurückhaltend. Er werde sich alle Mühe geben für eine praktikable Lösung zu Gunsten aller Zyprer, sagte er vor seiner Abreise in Nikosia.

Sein zyprischer Verhandlungspartner wird Mehmet Ali Talat sein, Ministerpräsident des international nicht anerkannten türkischen Nordteils der Insel.

Bei erfolgreichem Abschluss des UNO-Fahrplanes soll ganz Zypern am 1. Mai der EU beitreten, andernfalls wird der griechisch- zyprische Teil der Insel allein in die EU aufgenommen.

(sda)

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