Bahnhof Weinfelden: «Bürger werden belästigt, nächtliche Übergriffe und Überfälle häufen sich»
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Bahnhof Weinfelden«Bürger werden belästigt, nächtliche Übergriffe und Überfälle häufen sich»

In einem offenen Brief beschweren sich SVP-Politiker über «inakzeptable Missstände» am Weinfelder Bahnhof. Sie fordern die Stadt und den Kanton auf, zu handeln.

von
Leo Butie
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Drei SVP-Politiker beschweren sich über «inakzeptable Missstände» am Weinfelder Bahnhof.

Drei SVP-Politiker beschweren sich über «inakzeptable Missstände» am Weinfelder Bahnhof.

Sascha Erni
Einwohner sollen sich auch nicht mehr wohlfühlen oder teilweise Angst haben am Bahnhhof.

Einwohner sollen sich auch nicht mehr wohlfühlen oder teilweise Angst haben am Bahnhhof.

Wikipedia/Cityboy91
Auch Beispiele werden genannt, wie beispielsweise der Vorfall vom Oktober, als Unbekannte einem 9-Jährigen eine unbekannte Flüssigkeit in den Mund drücken wollten.

Auch Beispiele werden genannt, wie beispielsweise der Vorfall vom Oktober, als Unbekannte einem 9-Jährigen eine unbekannte Flüssigkeit in den Mund drücken wollten.

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Darum gehts

  • SVP-Politiker beschweren sich über die Situation am Bahnhof in Weinfelden TG.

  • In einem offenen Brief ist von «inakzeptablen Missständen» zu lesen.

  • Die Politiker fordern Stadt, Kanton und SBB auf, zu handeln.

  • Man möchte damit die angeblichen Missstände beheben.

  • Die Stadt Weinfelden hat bereits mehrere Massnahmen ergriffen.

Von «inakzeptablen Missständen» ist in einem offenen Brief die Rede, der von drei SVP-Politikern verfasst wurde. Die Autoren, Nationalrat Manuel Strupler, Kantonsrat Pascal Schmid und der Weinfelder Stadtparlamentarier Marcel Kump, beschweren sich über die Situation am Bahnhof in Weinfelden TG. «Wer den öffentlichen Verkehr benützt oder rund um den Bahnhof Besorgungen macht, bekommt sie täglich zu sehen, zu hören und zu spüren», heisst es im Schreiben. «Unbescholtene Bürgerinnen und Bürger werden belästigt, nächtliche Übergriffe und Überfälle häufen sich.»

Es werden konkrete Beispiele im Artikel genannt, beispielsweise der Vorfall vom Oktober, als mehrere Personen einem Neunjährigen eine unbekannte Flüssigkeit in den Mund drücken wollten.

Im Brief fordern die Politiker die Stadt Weinfelden, den Kanton und die SBB auf, etwas gegen diese Missstände zu tun. «Seit Monaten, wenn nicht Jahren sprechen uns Personen aus unserem Umfeld immer wieder darauf an, wieso man solche Zustände hier in Weinfelden zulasse», beschwert man sich. Im Brief wird insbesondere auf jugendliche Asylbewerber, Alkoholiker und Drogensüchtige hingewiesen. «Der Bahnhof Weinfelden darf nicht zum kantonalen Treffpunkt werden für Leute, die den ganzen Tag nichts Besseres zu tun haben, als herumzulungern», heisst es weiter.

Ziel sei es, dass sich alle am Weinfelder Bahnhof sicher und wohlfühlen könnten. Man erhofft sich, dass der Bahnhof ein lebendiger Ort bleibt und ein Treffpunkt für Jung und Alt werden kann.

Stadt Weinfelden arbeitet an Lösungen

Bei der SBB ist man sich bewusst, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Der SBB sei es wichtig, dass sich alle Bahnkundinnen und -kunden an den Bahnhöfen wohlfühlten. «In Weinfelden ist das leider nicht immer und auch aktuell nicht der Fall», heisst es seitens der SBB gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Auch die Stadt bemüht sich und erklärt, dass es zu regelmässigen Treffen mit allen involvierten Stellen komme. Auf das Jahr 2019 wurde der Sicherheitsdienst der SBB damit beauftragt, mehr Präsenz am Bahnhof Weinfelden zu zeigen, wird Max Vögeli (FDP), Präsident der Stadt Weinfelden, im Artikel zitiert. Dies habe bereits zu einer Entspannung der Lage geführt, auch wenn das Sicherheitsempfinden subjektiv sei.

Die Kantonspolizei Thurgau wollte nach einer Anfrage von 20 Minuten keine Stellung nehmen zur Situation am Bahnhof Weinfelden, da es sich um ein politisches Thema handle.

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