Bürgerblock in Zürich - SP leckt ihre Wunden
Aktualisiert

Bürgerblock in Zürich - SP leckt ihre Wunden

Die Präsidenten der nationalen Parteien sehen mit Ausnahme von SP-Chef Hans-Jürg Fehr im Ausgang der Zürcher Wahlen positive Signale für den Herbst.

Mehrere Parteichefs warnen aber davor, den letzten kantonalen Test unbesehen auf die Nationalratswahlen zu übertragen.

Fehr räumte unumwunden ein, dass seine Partei eine niederschmetternde Schlappe erlitten habe und mit einem Dämpfer in den nationalen Wahlkampf steige. Der SP-Präsident hofft, dass es ihm und der Partei gelingt, diesen Dämpfer in einen Aufrüttler umzuwandeln und die Wählerschaft im Herbst zu mobilisieren. An der Mobilisierung habe es unter anderem in Zürich gefehlt. «Zürich ist nicht die Schweiz», sagte Fehr weiter. Er will auch nicht gelten lassen, was die bürgerlichen Parteichefs als generellen Trend sehen, nämlich dass die SP Wähler an die Grünen verliert.

Auch auf bürgerlicher Seite wurde eingeräumt, dass die Konstellation für die SP mit zwei grünen Parteien besonders ungünstig war. FDP-Präsident Fulvio Pelli schöpfte vor allem aus dem guten Resultat der beiden freisinnigen Regierungsräte Hoffnung. Aber auch den überraschenden Erfolg der Grün-Liberalen sieht er als positives Zeichen. Liberal liege im Trend, sagte der FDP-Präsident. Nun müsse die FDP dieses Potenzial ausschöpfen.

Zurückhaltend gab sich SVP-Präsident Ueli Maurer. Der Wahlausgang bestätige die bisherigen Trends bei den kantonalen Wahlen. Mit der eigenen Partei ist Maurer bei den Regierungsratswahlen zufrieden. Bei den Kantonsratswahlen habe man das Minimalziel erreicht. Zu Vorsicht mahnte Maurer mit Schlussfolgerungen aus dem Zürcher Ergebnis für die eidgenössischen Wahlen im Oktober.

CVP-Präsident Christophe Darbellay sieht im Ausgang der Zürcher Wahlen eine Bestätigung der eigenständigen Strategie seiner Partei. Regierungsrat Hans Hollenstein habe ein «Bombenresultat» erzielt, und zwar ohne Unterstützung von FDP und SVP. Der Kanton Zürich gehöre zwar nicht zu den CVP-Stammlanden. Dennoch steige die CVP mit einem positiven Signal in den nationalen Wahlkampf.

Die Präsidentin der Grünen Partei der Schweiz, Ruth Genner, sieht nach den Zürcher Wahlen zusätzlichen Rückenwind für ihre Partei. Der Trend zu grünen Gewinnen, der bei allen kantonalen Wahlen der letzten Jahre zu beobachten sei, habe sich im Kanton Zürich noch verstärkt, sagte Genner und fügte hinzu: «Grün ist zur eigentlichen Farbe der Gewinne geworden.» (dapd)

Provisorische Schlussresultate Regierungsratswahl

1.Ursula Gut (FDP)

2.Hans Hollenstein (CVP)

3.Thomas Heiniger (FDP)

4.Markus Notter (SP)

5.Regine Aeppli (SP)

6.Markus Kägi (SVP)

7.Rita Fuhrer (SVP)

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8. Martin Graf (Grüne)

9. Martin Bäumle (Grünliberale)

Provisorische Schlussresultate Kantonsrat

SVP 30.46% (56 Sitze/-5)

SP 19.47% (36 Sitze/-17)

FDP 15.98% (29 Sitze/0)

Grüne 10.44% (19 Sitze/+5)

CVP 7.25% (13 Sitze/+1)

G'lib. 5.75% (10 Sitze/+10)

EVP 5.23% (10 Sitze/+1)

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