Määs soll auf dem Inseli bleiben – «Es ist für die Luzerner Bevölkerung nicht nachvollziehbar»
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Määs soll auf dem Inseli bleiben«Es ist für die Luzerner Bevölkerung nicht nachvollziehbar»

Der Streit um die Määs auf dem Inseli in Luzern geht in die nächste Runde und der Druck auf die Stadtregierung steigt. Die Mitte-Partei hat nun zusammen mit SVP und FDP ihre Online-Petition für die Rettung der traditionsreichen Herbstmesse bei der Luzerner Stadtregierung eingereicht. Kommt es jetzt zur Kehrtwende?

von
Matthias Giordano
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Karin Stadelmann, Präsidentin der Mitte Stadt Luzern, überreicht der Stadtregierung die Unterschriftensammlung für eine Rettung der Määs auf dem Inseli.
Luzern

Karin Stadelmann, Präsidentin der Mitte Stadt Luzern, überreicht der Stadtregierung die Unterschriftensammlung für eine Rettung der Määs auf dem Inseli.

Die Mitte Stadt Luzern
«Innerhalb von zwei Wochen haben wir dank grossartiger Unterstützung von Schaustellern und weiteren bürgerlichen Parteien (SVP und FDP) über 3300 Unterschriften gesammelt», sagt Stadelmann. Dies sei ein deutliches Zeichen an die Stadtregierung, dass die Bevölkerung die Entscheidung nicht verstehen könne.
Luzern

«Innerhalb von zwei Wochen haben wir dank grossartiger Unterstützung von Schaustellern und weiteren bürgerlichen Parteien (SVP und FDP) über 3300 Unterschriften gesammelt», sagt Stadelmann. Dies sei ein deutliches Zeichen an die Stadtregierung, dass die Bevölkerung die Entscheidung nicht verstehen könne.

Die Mitte Stadt Luzern
Das Riesenrad der Luzerner Määs auf dem Europaplatz vor dem KKL. Ein Anblick, der bald der Geschichte angehört.

Das Riesenrad der Luzerner Määs auf dem Europaplatz vor dem KKL. Ein Anblick, der bald der Geschichte angehört.

Dario Stalder

Darum gehts

«Innerhalb von zwei Wochen haben wir dank grossartiger Unterstützung von Schaustellern und weiteren bürgerlichen Parteien über 3300 Unterschriften gesammelt», teilt Karin Stadelmann, Präsidentin Die Mitte Stadt Luzern, mit. Dies sei ein Erfolg, denn städtische Initiativen benötigen lediglich 800 Unterschriften innerhalb von 60 Tagen. Die Määs-Entscheidung bewegt die Bevölkerung offenbar. «Es ist für die Luzerner Bevölkerung nicht nachvollziehbar, weshalb der Stadtrat von seiner Zusicherung, die er noch während des Wahlkampfes gemacht hat, so plötzlich abrücken kann», sagt Stadelmann weiter. «Für uns ist es wichtig, dass ein Nebeneinander stattfinden kann. Der Stadtrat soll nochmals über die Bücher gehen.» Die Parteien fordern, dass der Stadtrat zu seinem Wort steht und die Määs auf dem Inseli bleibt.

Tatsächlich hatte der Stadtrat vor der Abstimmung und auch danach vollmundig versprochen, dass der Inseli-Umbau die Määs nicht tangiere, sie weiter ihren Platz behalten könne. Dass das nicht möglich ist, fiel der Stadtregierung aber erst auf, als eine Machbarkeitsstudie der Baudirektion die Unvereinbarkeit beider Anliegen schonungslos aufzeigte. Doch auch in der Studie selbst werden Möglichkeiten aufgeführt, wie der Standort trotzdem gehalten werden könnte. Allerdings auf Kosten des Umfangs, wie stark das Inseli begrünt werden kann.

Wenig Spielraum für ein neues Inseli

«Der Spielraum für eine Neugestaltung des Inselis ist sehr stark eingeschränkt», sagt Baudirektorin Manuela Jost auf Anfrage. Der Entscheid sei nicht leicht gefallen, doch für die Baudirektorin entspricht die Variante ‹grünes Inseli› dem Volkswillen am besten. «Hätten wir uns für die andere Variante entschieden, wäre spätestens beim Wettbewerb klar geworden, dass sich beim Inseli nur wenig verändern würde.» Für die bürgerlichen Parteien ist das ein schwacher Trost. Besonders verärgert zeigen sie sich über die falschen Versprechungen vor der Abstimmung. Tatsächlich sagten am 24. September 2017 äusserst knappe 51,61 Prozent der Stimmbürger und Stimmbürgerinnen Ja zur umstrittenen Juso-Vorlage.

«Es ist unvorstellbar, dass die Määs über die Stadtgrenze geht»

Bereits nach dem Bekanntwerden des Entscheids der Stadt sagte uns ein erzürnter Dieter Haller, Präsident der SVP Stadt Luzern: «Die Bevölkerung wurde brandschwarz angelogen.» Es käme nicht infrage, die Määs zu verändern. «Es ist auch unvorstellbar, mit der Määs über die Stadtgrenze zu gehen

Mit den 3300 Unterschriften und der Petition in der Tasche wähnen die bürgerlichen Parteien, die Luzerner Bevölkerung hinter sich zu haben und drängen auf eine Kehrtwende in der Määs-Entscheidung. Ob es tatsächlich dazu kommt, ist mehr als fraglich. Schliesslich gibt es noch weitere Stolpersteine, etwa der anstehende Bau des Durchgangsbahnhofs, wodurch die Määs ohnehin früher oder später umziehen muss. Ganz undenkbar ist allerdings nichts mehr. Der Druck auf den Stadtrat, er steigt.

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