Nach Fabrik-Einsturz: Bürgermeister in Bangladesch verhaftet

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Nach Fabrik-EinsturzBürgermeister in Bangladesch verhaftet

Es war eine der grössten Tragödien in Bangladesch: Ende April starben über 1100 Menschen, als in der Nähe der Hauptstadt Dhaka eine Textilfabrik einstürzte. Jetzt ist der Bürgermeister der Ortschaft festgenommen worden.

Drei Monate nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch mit mehr als 1100 Toten ist der Bürgermeister der betroffenen Stadt festgenommen worden. Mohammad Refayet Ullah wurde am Mittwoch in der Hauptstadt Dhaka in Gewahrsam genommen, um wegen der Verstösse gegen die Bauvorschriften befragt zu werden, wie ein Polizeivertreter am Donnerstag sagte.

Ullah ist seit 14 Jahren Bürgermeister der Stadt Savar am Rande von Dhaka. Nach dem schlimmsten Industrieunglück in der Geschichte Bangladeschs am 24. April war er suspendiert worden. Bislang wurden bereits mehr als ein dutzend Verdächtige gefasst, unter anderen der Eigentümer des Gebäudes.

Experten zufolge war die Textilfabrik Rana Plaza nachträglich und unter Missachtung bautechnischer Grundsätze aufgestockt worden. Nach Angaben von Behördenvertretern genehmigte Ullahs Büro, dass drei weitere Stockwerke auf die bereits vorhandenen sechs gesetzt wurden.

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Risse festgestellt - doch die Verwaltung handelte nicht

Zudem habe die Verwaltung nicht gehandelt, als einen Tag vor der Tragödie Risse an dem Gebäude festgestellt wurden. Ein von der Regierung eingesetztes Ermittlerteam erklärte nach der Untersuchung des Unglücksorts, die Bauunternehmer hätten minderwertige Materialien verwendet.

In dem Gebäude hatten auch zahlreiche internationale Konzerne Kleidung fertigen lassen. Als Reaktion wurde ein Brandschutzabkommen in Kraft gesetzt, das die Arbeitssicherheit in den Fabriken des südasiatischen Landes garantieren soll.

Unterschrieben haben es 70 Konzerne vor allem aus Europa. Die grossen US-Firmen lehnten eine Beteiligung ab. Sie kündigten ein eigenes Abkommen für mehr Sicherheit an. (sda)

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