Aktualisiert 17.02.2014 13:03

Boris JohnsonBürgermeister vergleicht Clooney mit den Nazis

George Clooney will, dass England einen Kunstschatz an Griechenland zurückgibt. Für Londons Bürgermeister ist das kein Thema. Er vergleicht den Schauspieler mit Hermann Göring.

von
bat

Eigentlich wollte George Clooney lediglich Werbung für seinen neuen Film «Monuments Man» machen. Darin geht es um eine Spezialeinheit der US-Armee, die während der Endphase des Zweiten Weltkriegs in Deutschland Kunstschätze vor der Zerstörung der Nazis schützen sollten. Doch bei der Pressekonferenz forderte der Schauspieler, dass England die sogenannten Elgin Marbles (siehe Diashow oben), einen Jahrtausende alten griechischen Kunstschatz, an Griechenland zurückgeben soll.

Die Engländer brachen die Skulpturen der Elgin Marbles im Jahr 1801 aus der Akropolis heraus und brachten sie nach London. Sie wurden dem Britischen Museum verkauft und sind seitdem dort ausgestellt.

«Pläne wie Göring»

Clooneys Forderung passt dem Londoner Bürgermeister Boris Johnson gar nicht. Laut dem «Telegraph» verglich er den Schauspieler mit den Nationalsozialisten. Clooney bewerbe seinen Film und merke gar nicht, dass seine Forderung den Plänen von Hermann Göring gleiche. Göring war einer der einflussreichsten NS-Politiker. Laut Johnson hatte er Pläne, das Britische Museum zu plündern. Clooney befürworte nicht weniger als die Hitler-Agenda für Londons kulturelle Schätze.

The Monuments Men

Auf die harten Worte von Johnson reagierte Clooney erstaunlich gelassen. In der «Huffington Post» gab er an, er glaube nicht, dass Johnson ihn mit Hitler habe vergleichen wollen. Er sei schliesslich ein Fan des Bürgermeisters. «Ich fasse Johnsons Aussagen als grosse Übertreibung auf, heruntergespült mit ein paar Whiskeys», so Clooney.

Regeln der Unesco anschauen

Der Kritik zum Trotz wiederholt Clooney seine Forderung: «Man muss sich nur die Regeln der Unesco anschauen, auf die sich alle Seiten geeinigt haben.» Demnach dürften Besatzer nationale Kulturschätze eines besetzten Landes nicht verkaufen.

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