Aktualisiert 27.09.2004 16:18

Bürgerwehr steinigt Strassenkinder

Bürgerwehren in der Demokratischen Republik Kongo haben mindestens 15 Strassenkinder verbrannt oder gesteinigt.

«Bisher wissen wir, dass in der vergangenen Woche zwischen 15 und 19 Kinder getötet wurden», sagte Sozialminister Ingele Ifoto am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Einwohner der von Diamant- Minen geprägten Stadt Mbuji Mayi berichteten von 30 Opfern.

«Es sieht so aus, als hätten sich einige der Strassenkinder Teile der Ausrüstung der Minenarbeiter gegriffen, woraufhin diese einen Verteidigungstruppe aufgestellt haben und dann sind die Dinge aus dem Ruder gelaufen», sagte der Minister.

Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef bestätigte die Angriffe auf die Strassenkinder in der rund 1200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kinshasa gelegenen Minenstadt. Unicef-Mitarbeiter hätten am Wochenende mindestens sechs Leichen von etwa 15 Jahre alten Jugendlichen gefunden, sagte ein Mitarbeiter.

Insgesamt leben rund 8000 Strassenkinder in der Stadt. Während des fünf Jahre dauernden Bürgerkrieg sind im Kongo rund drei Millionen Menschen ums Leben gekommen.

(sda)

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