Aktualisiert 11.06.2008 12:50

VIRALES MARKETING«Büro-Amok»: Alles gelogen

Die Bilder einer Überwachungskamera, die den 90 Sekunden dauernden Ausraster eines Büroangestellten zeigen, entpuppten sich nun als geschickt eingefädelte Werbung für einen Kinofilm.

Einmal mehr stellte sich ein vermeintlich spektakuläres Amateurvideo als Fälschung heraus. Beim gefilmten Amoklauf eines Büroangestellten, der letzte Woche im Internet für Furore sorgte, handelt es sich in Tat und Wahrheit um Werbung für den Film «Wanted» des russischen Regisseurs Timur Bekmambetov. In dem Video ist ein Angestellter zu sehen, der in einem Grossraumbüro die Nerven verliert und das gesamte Mobiliar kurz und klein schlägt. Nun gab Bekmambetov in seinem persönlichen Blog zu, dass er hinter dem Klickmagneten steht, um so die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sein neustes Filmprojekt zu lenken - das ist ihm offensichtlich auch gelungen, zahlreiche Blogs und Medien tappten in die Falle und nahmen die Story auf.

Das so genannte virale Marketing vermag immer wieder mal die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen. Im vergangenen Sommer «erbeuteten» Einbrecher aus dem spanischen Regierungssitz in Madrid den Sessel des amtierenden Präsidenten José Luis Zapatero. Dahinter stand die Kampagne einer Werbeagentur.

(mbu)

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