Aktualisiert 13.09.2017 12:45

Oberster Bauer«Büsis so zu töten, halte ich für nicht akzeptabel»

Um eine übermässige Vermehrung zu verhindern, tötet ein Schwyzer Bauer lieber Katzen, als sie zu kastrieren. Der oberste Bauer Markus Ritter nimmt Stellung.

von
sul
«Nach meiner Erfahrung und Beobachtung handelt es sich um einen Einzelfall», sagt Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, zum Vorfall in Schwyz.

«Nach meiner Erfahrung und Beobachtung handelt es sich um einen Einzelfall», sagt Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, zum Vorfall in Schwyz.

Keystone/Alexandra wey

Auf einem Bauernhof in Schwyz fanden zwei Volontärinnen der Tierschutzorganisation Netap eine tote junge Katze mit blutverschmiertem Kopf. Der Landwirt gab freimütig zu, für unerwünschten Katzennachwuchs entweder den Jäger kommen zu lassen oder gleich selber Hand anzulegen – mit Hammer oder Beil. Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, nimmt Stellung zum konkreten Fall und zur Problematik der Katzentötungen durch Bauernhand.

Markus Ritter, was sagen Sie zum Vorfall im Kanton Schwyz?

Der Fall war mir nicht bekannt. Was da passiert ist, halte ich für nicht akzeptabel. Eine Katze auf so eine Weise zu töten, lehne ich klar ab. Wer Tiere hat, soll sie artgerecht behandeln und unnötiges Leid vermeiden.

Laut Tierschutzorganisationen kommen Fälle wie jener im Kanton Schwyz häufig vor. Wie schätzen Sie die Problematik ein?

Nach meiner Erfahrung und Beobachtung handelt es sich um einen Einzelfall. Mir persönlich ist kein Betrieb bekannt, in dem eine Katze von einem Bauern erschlagen oder an die Wand geworfen wurde. Vor 30 bis 40 Jahren war die Problematik sicher eine andere.

Darf ein Bauer Ihrer Ansicht nach eine Katze töten?

Davon rate ich ab. Es ist kaum möglich, dass das Tier dabei nicht leidet. Auch die Variante, dass der Jäger die Katze erschiesst, befürworte ich nicht. Wenn ein Besitzer ein Tier nicht mehr will, etwa weil es alt oder krank ist, soll er es beim Tierarzt einschläfern lassen. Dasselbe gilt für Baby-Kätzchen.

Netap fordert eine Kastrationspflicht für alle Freigänger-Katzen. Was halten Sie davon?

Eine Kastrationsflicht finde ich unverhältnismässig. Jeder Halter soll selber entscheiden können, ob er seine Katze kastrieren will oder nicht. Ich appelliere dabei an die Eigenverantwortung. Das Bewusstsein, die übermässige Vermehrung von Katzen einzudämmen, ist unter Landwirten heute da.

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