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Neues Glück gefundenBuff hatte beim FCZ keine Wahl – zum Glück für ihn

Oliver Buff zog nach zwölf Jahren beim FCZ aus und schloss sich Real Saragossa an. Die Erwartungen an den Mittelfeldspieler sind dort gross.

von
E. Tedesco
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Nach zwölf Jahren beim FCZ, sieben Jahre in der ersten Mannschaft, verabschiedet sich Oliver Buff vom FC Zürich und wechselt im Sommer 2017 zu Real Saragossa in die spanische LaLiga2.

Nach zwölf Jahren beim FCZ, sieben Jahre in der ersten Mannschaft, verabschiedet sich Oliver Buff vom FC Zürich und wechselt im Sommer 2017 zu Real Saragossa in die spanische LaLiga2.

FreshFocus/Andy Mueller
Am 3. Juni 2017 darf sich der FCZ Challenge-League-Meister nennen und feiert den sofortigen Wiederaufstieg in die Super League. Für Buff war das gleichzeitig der Abschied von den Stadtzürchern.

Am 3. Juni 2017 darf sich der FCZ Challenge-League-Meister nennen und feiert den sofortigen Wiederaufstieg in die Super League. Für Buff war das gleichzeitig der Abschied von den Stadtzürchern.

Daniela Frutiger
Der Tiefpunkt: Im Mai 2016 steigt Buff mit dem FCZ in die Challenge League ab.

Der Tiefpunkt: Im Mai 2016 steigt Buff mit dem FCZ in die Challenge League ab.

Keystone/Walter Bieri

Das Lernen hat sich ausbezahlt. Letzte Woche gab Oliver Buff sein erstes TV-Interview in der Landessprache. Seit Juli büffelt der 25-Jährige spanische Vokabeln – allerdings paukt er nicht in einem Klassenzimmer, sondern idyllisch am hauseigenen Pool. Im Sommer bezog der ehemalige FCZ-Profi in Saragossa, der fünftgrössten Stadt Spaniens, rund fünf Kilometer ausserhalb der City eine Wohnung.

«Wenn es sich um Fussball dreht, ist es einfacher für mich, Spanisch zu sprechen. Wenn es um Themen darüber hinausgeht, fühle ich mich noch nicht sattelfest», sagt Buff, «aber im Alltag komme ich gut zurecht.»

Spanier sind fussballverrückt

Die Sprache war eine Umstellung. Der Aargauer musste sich aber auch an die fussballverrückten Spanier gewöhnen. «Hier lebt man den Fussball – und ich habe das Gefühl, dass ich erst seit vier Monaten ein richtiger Fussballprofi bin», sagt Buff und lacht. Er habe schon mehr Autogramme gegeben als beim FCZ.

Bei den Stadtzürchern spielte er sieben Jahre in der ersten Mannschaft, durchlief auch die Nachwuchsabteilung und machte seine Lehre auf deren Geschäftsstelle. Im Sommer verliess der Mittelfeldspieler nach zwölf Jahren seinen Jugendverein und wechselte zum Zweitligisten Real Saragossa.

Ein Gespräch unter acht Augen

«Ich hatte damals ein sehr gutes Vieraugengespräch mit Präsident Ancillo Canepa», erzählt Buff – und ergänzt augenzwinkernd, dass es eigentlich acht gewesen seien. Heliane Canepa und Hund Kookie seien auch dabei gewesen. «Obwohl der FCZ ursprünglich mit mir verlängern wollte, nahm man davon wieder Abstand. Heute bin ich irgendwie froh, dass ich keine Wahl hatte, denn schlussendlich war mir klar, dass ich meinen Horizont erweitern musste. Der FCZ war toll, aber ich spürte, dass die Zeit reif war für eine neue Herausforderung.»

Erste Kontakte zu den Spaniern gab es schon im Winter. Buff war der Wunschspieler von Sportdirektor Lalo Arantegui, der den Mittelfeldspieler seit Jahren auf dem Radar hatte. Buff fiel dem ehemaligen Scout in den Begegnungen mit Villareal, wo dieser damals angestellt war, gegen den FCZ in der Europa League im Herbst 2014 auf. «Villareal wäre aber für einen Spieler aus der Challenge League nicht infrage gekommen», sagt der U17-Weltmeister. Drei Jahre später erinnerte sich Arantegui als Saragossa-Sportdirektor an den Schweizer und holte zudem auch Simone Grippo von Vaduz nach Spanien.

Spanien ist Buffs Traum

Saragossa spielte seit der Gründung 1932 54 Spielzeiten in der Primera División. In der Galerie ehemaliger Spieler finden sich bekannte Namen wie Diego Milito, Pablo Aymar, Jorge Valdano und Gerard Piqué. Seit dem Abstieg 2013 und einem Fast-Konkurs hat Saragossa den Aufstieg als Ziel. Buff soll ein Teil des aktuellen Anlaufs sein. In den bisherigen elf Runden kam er bisher immer zum Einsatz, stand 9-mal in der Startelf, erzielte ein Tor (3 Vorlagen) und spielte 90 Minuten in der Copa del Rey.

Die Umstellung auf den spanischen Fussball gelang Buff gut. «Es geht hier alles schneller, alles ist intensiver und der Fussball technisch anspruchsvoller», sagt der 25-Jährige. «Spanien war immer mein Traum, hier kann ich viel lernen.» Es läuft ihm gut und auch das Team zeigt Aufwärtstendenz – allerdings nur zaghaft.

13 Neue im Sommer und ein neuer Trainer

Dass Saragossa Zeit brauchte, ist für Buff keine Überraschung, zumal Trainer Natxo González, selber erst seit Juli im Club, 13 neue Spieler integrieren musste. Seit sechs Ligapartien (2 Siege, 4 Remis) ist man ungeschlagen. Nach elf Spieltagen liegt Saragossa auf dem 11. Tabellenplatz und hat fünf Punkte Rückstand auf die Aufstiegs-Playoff-Plätze (Rang 3 bis 6).

Buff hat einen Zweijahresvertrag mit Option unterschrieben. Bei einem Aufstieg verlängert sich sein Arbeitspapier automatisch um weitere zwei Jahre. «Saragossa ist genau der richtige Schritt für mich, auch wenn die zweite Liga in der Schweiz kaum beachtet wird.» Die Stadien sind in La Liga 2 immer voll. Und auch wenn die TV-Sender in erster Linie über die Primera División berichten, ist auch die zweithöchste Liga immer ein Thema in den Medien, wie das Interview von letzter Woche mit Buff zeigt.

Und vielleicht klappt es ja mit dem Aufstieg. Wenn nicht, hoffen die Blanquillos, Buff für gutes Geld in die höchste Liga verkaufen zu können. Für die Interviews wäre Buff dann sicher gerüstet.

Wie gut der 25-Jährige bereits Spanisch spricht, erfahren Sie hier:

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