Gutes Ergebnis: Buffett verdient eine Milliarde dank Swiss Re
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Gutes ErgebnisBuffett verdient eine Milliarde dank Swiss Re

Das Börsen-Orakel Warren Buffett lag mit seinem Investment bei Swiss Re goldrichtig. Der Rückversicherer zahlt ihm 3 Milliarden Dollar zurück – und eine Milliarde Zins.

So macht Geld pumpen Spass: Warren Buffett machte in zwei Jahren aus drei Milliarden vier Milliarden, Swiss Re machts möglich.

So macht Geld pumpen Spass: Warren Buffett machte in zwei Jahren aus drei Milliarden vier Milliarden, Swiss Re machts möglich.

Der Rückversicherer Swiss Re zahlt Milliarden zurück, die er sich in der Finanzkrise leihen musste. Warren Buffett, der 2009 dem Konzern nach Riesenverlusten mit einer 3 Mrd. Fr. schweren Wandelanleihe unter die Arme gegriffen hatte, hat der vorzeitigen Rückzahlung zugestimmt.

Die Rückzahlung an Buffetts Berkshire-Hathaway-Gruppe war erst ab März 2011 vorgesehen. Swiss Re verfügt aber bereits heute über viel Eigenkapital: Während des dritten Quartals stieg der Bestand von 27,5 auf knapp 30 Mrd. Dollar und erreicht damit wieder ähnlich hohe Werte wie vor der Krise.

Swiss Re kommt beim Buffett-Deal ohne Zusatzgebühren davon, die normalerweise bei vorzeitiger Rückzahlung fällig werden. Die Anleihe kommt den Rückversicherer dennoch teuer zu stehen: Wegen der vereinbarten hohen Verzinsung und einer happigen Prämie für Buffett zahlt Swiss Re am Ende rund 4 Mrd. Franken.

Konzernchef Stefan Lippe zeigte sich am Donnerstag vor den Medien in Zürich dennoch erleichtert: «Es war mehr als nur Geld, dass uns Top-Investor Buffett uns vor eineinhalb Jahren gegeben hat - er hat uns auch Vertrauen geschenkt.» Swiss Re habe damit den Kunden signalisieren können, dass zur Übernahme von Risiken immer noch viel Kapital vorhanden sei.

«Die Unsicherheit ist weg, wir schaffen Klarheit», sagte Lippe weiter. Swiss Re hofft, bald das begehrte AA-Kreditwürdigkeitsrating der Agentur Standard & Poor's zurückzuerhalten, das der Konzern in der Krise verloren hatte.

Erwartungen übertroffen

Auch operativ überrascht Swiss Re. Der zweitgrösste Rückversicherer der Welt hat im dritten Quartal 2010 einen Gewinn von 618 Mio. Dollar eingefahren. Damit hat Swiss Re das Ergebnis vom Vorjahr von 314 Mio. Dollar fast verdoppelt und liegt weit über den Erwartungen des Marktes.

Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn von rund 450 Mio. Dollar vorausgesagt. An der Börse legte die Aktie bis nach Handelsschluss um 6,4 Prozent auf 50.50 Franken zu. Angesichts des hohen Gewinns und der Rückzahlung stört die Anleger offenbar wenig, dass die Prämieneinnahmen von 5,5 Mrd. Dollar auf 5,05 Mrd. Dollar gesunken sind, wie aus Analystenkommentaren hervorgeht.

Tiefe Schadenbelastung

Das gute Ergebnis wird von den Kapitalerträgen gestützt, geht aber vor allem auch auf eine deutlich gesunkene Schadenbelastung zurück. Trotz geschätzten 160 Mio. Dollar Kosten wegen des Erdbebens in Neuseeland weist Swiss Re für Juli bis September eine weitaus positivere Bilanz im Sachgeschäft als in den beiden Vorquartalen.

«Wir hatten Glück, es war ein relativ freundliches Quartal in Sachen Naturkatastrophen», sagte Finanzchef Quinn. Die Combined Ratio, welche die Ausgaben für Schadenzahlungen und Verwaltungskosten in ein Verhältnis zu den Prämieneinnahmen stellt, beträgt 76,4 Prozent (Vorjahr: 84,5 Prozent).

In der ersten Jahreshälfte hatten unter anderen aufgrund des Erdbebens in Chile und des Wintersturms Xynthia die Combined Ratio bei über hundert Prozent gelegen. Somit waren Schadenzahlungen und Verwaltungskosten durch Prämieneinnahmen nicht gedeckt. (sda)

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