Litauen bestätigt: Bulatow wurde «grausam» behandelt
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Litauen bestätigtBulatow wurde «grausam» behandelt

Der ukrainische Aktivist Dmitro Bulatow habe seine Folter nicht erfunden. Zu diesem Schluss kommt der litauische Aussenminister. Eine unabhängige Untersuchung soll die Umstände klären.

Nach einer Untersuchung des ukrainischen Aktivisten Dmitro Bulatow hat Litauen schwere Folterspuren bestätigt. Der Körper des 35-jährigen Oppositionsaktivisten weise «eindeutige Anzeichen längerer Folterung und grausamer Behandlung» auf, erklärte das litauische Aussenministerium am Dienstag.

Vilnius forderte eine unabhängige Untersuchung. Die Umsetzung der Anti-Folterkonvention der Vereinten Nationen durch die Ukraine, das die Konvention unterzeichnet habe, gebe Anlass zur Sorge, hiess es in der Erklärung.

Innenministerium schloss Inszenierung nicht aus

Bulatow war am Sonntag zur medizinischen Behandlung nach Litauen ausgereist. Ein Gericht in der Ukraine hatte seine Ausreise zuvor gestattet. Die Behörden in Kiew werfen ihm die Organisation gewaltsamer Proteste vor. Bulatow war am Donnerstag vergangener Woche schwer verletzt in einem Dorf ausserhalb Kiews aufgetaucht. Im ukrainischen Privatfernsehen schilderte er, wie Unbekannte ihn verschleppten und tagelang folterten. Er sei dabei auch «gekreuzigt» worden.

«Unglaublich, was in diesem Land passiert»

Das ukrainische Innenministerium schloss dagegen nicht aus, dass er die Entführung inszeniert habe. Eine Nichtregierungsorganisation in der Ukraine beziffert die Zahl der verschwundenen Aktivisten auf 33. Ausser Bulatow werden derzeit zwei weitere verletzte ukrainische Oppositionelle in Litauen behandelt. (sda)

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