Europol-Experiment: Bulgarische Ermittler jagen Bus in die Luft
Aktualisiert

Europol-ExperimentBulgarische Ermittler jagen Bus in die Luft

Polizeibeamte haben einen Terroranschlag auf einen Bus vom Juli 2012 realitätsgetreu nachgestellt – mit richtigem Sprengstoff, zwei Fahrzeugen und Dummies. Sie erhoffen sich neue Informationen.

von
kmo

Auf einem Polizeigelände in Bulgarien fand heute ein aussergewöhnliches Experiment statt: Zusammen mit Beamten der europäischen Polizeibehörde Europol stellten bulgarische Ermittler den Bombenanschlag auf einen Bus nach, bei dem im vergangenen Juli fünf israelische Touristen, der Fahrer und der mutmassliche Attentäter getötet wurden. Die Aktion fand auf einem Polizeigelände nahe der Stadt Ichtiman statt, 40 Kilometer östlich der bulgarischen Hauptstadt Sofia.

Der Bombenanschlag ereignete sich im Juli 2012 am Flughafen in der bulgarischen Küstenstadt Burgas. Für die Nachstellung des Anschlags wurden am Freitag zwei Busse in genau die gleiche Position wie damals gebracht. Auch eine Bombenattrappe wurde verwendet, wie der Chef des verantwortlichen Ermittlerteams, Georgi Iliew, sagte. Seinen Angaben zufolge setzten die Ermittler zudem basierend auf Videomaterial von Überwachungskameras und Augenzeugenberichten spezielle Dummies ein, um nachzustellen, wo sich die Opfer zum Zeitpunkt des Anschlags befanden.

Burgas: Anschlag auf israelische Touristen

Von der Simulation des tödlichen Anschlags erhoffen sich die Ermittler nähere Details zu dem Angriff, der weltweit für grosses Aufsehen gesorgt hatte. Die bulgarischen Behörden haben Mitglieder der radikalislamischen Hisbollah für die Tat verantwortlich gemacht. (kmo/sda)

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