Kommunikation: Bund erhöht das Internet-Tempo
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KommunikationBund erhöht das Internet-Tempo

Die Internetanschlüsse in Schweizer Haushalten sollen schneller werden, findet das Bakom. Dafür verschwinden die Telefonkabinen endgültig aus dem Ortsbild.

von
fal
Schnelleres Internet zu Hause: Das Bakom will die Datenübertragungsrate erneut erhöhen. (Archiv)

Schnelleres Internet zu Hause: Das Bakom will die Datenübertragungsrate erneut erhöhen. (Archiv)

Die garantierte Datenübertragungsrate der Schweizer Internetanschlüsse soll erneut erhöht werden. Das schlägt das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) für die Grundversorgung ab 2018 vor. Im Preis für das Festnetzabo sollen alle Anrufe ins Schweizer Fest- und Mobilnetz inbegriffen sein.

Die garantierte Übertragungsrate für das Herunterladen im Internet soll 3000 Kilobits pro Sekunde (Kbit/s) betragen, für das Heraufladen der Daten 300 Kbit/s. Seit Anfang Jahr ist die Mindestübertragungsrate auf 2000/200 Kbit/s festgesetzt.

Gesellschaftspolitische Notwendigkeit

Die Erhöhung der Rate garantiere die Teilnahme am sozialen und wirtschaftlichen Leben für die gesamte Bevölkerung in allen Landesteilen, schreibt das Bakom im am Dienstag veröffentlichten Entwurf für die Revision der Verordnung über Fernmeldedienste (FDV).

Diese Übertragungsrate entspreche der voraussichtlichen Evolution und sei ausreichend, um sämtliche Grundversorgungsdienste in guter Qualität zu gewährleisten. Die Rate entspricht gemäss Bakom einem «Spitzenwert» im europäischen Vergleich der Grundversorgung. Die Swisscom verfügt bis Ende 2017 über die Konzession für diese Grundversorgung.

Anrufe auf Fest- und Mobilnetz inbegriffen

Das Bakom schlägt im Entwurf für die Konzession ab 2018 auch vor, dass für einen Internetzugang keine Telefonleitung mehr nötig sein soll. Im Preis für ein Festnetzabonnement müssen gemäss Entwurf künftig sämtliche Anrufe ins schweizerische Fest- und Mobilfunknetz inbegriffen sein.

Der Abopreis soll höchstens 27.20 Franken pro Monat betragen. Für das Gesamtangebot Telefon/Internet soll sich der Höchstpreis auf 58.75 Franken pro Monat belaufen. Ein reiner Internetzugang soll mit 44.85 Franken pro Monat zu Buche schlagen.

IP-Telefonie soll Standard werden

Das Bakom will, dass der Konzessionär der Grundversorgung in Zukunft die traditionellen Analog- und Digitalanschlüsse (ISDN) nicht mehr anbieten muss. Ein multifunktionaler Breitbandanschluss soll diese Anschlusstypen ersetzen.

Der Breitbandanschluss wird auf dem Internet-Protokoll (IP) basieren. Die Entwicklung der Technologien und Fernmeldedienste fördere die Umstellung der Telekommunikationsnetze auf die IP-Technologie, erläutert das Bundesamt für Kommunikation.

Telefonkabinen droht endgültig das Aus

Verschiedene Dienste sollen per 2018 aus dem Grundversorgungsumfang gestrichen werden. So gehören gemäss Bakom das Sperren abgehender Verbindungen und die Telefaxverbindungen nicht mehr zur Grundversorgung. Auch die Auflage, dass in jeder Gemeinde mindestens eine öffentliche Sprechstelle (Publifon) betrieben werden muss, soll der Vergangenheit angehören.

Die Vernehmlassung zum Revisionsentwurf dauert bis zum 1. Dezember. Nachdem der Bundesrat die Verordnung über die Fernmeldedienste verabschiedet hat, kann die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) das Verfahren zur Vergabe der Konzession vorbereiten. (fal/sda)

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