«Bund» geht ganz an Tamedia
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«Bund» geht ganz an Tamedia

Nach der «Berner Zeitung» geht nun auch der «Bund» ganz an das Zürcher Verlagshaus Tamedia. Die NZZ-Tochter Freie Presse Holding AG (FPH) verkauft ihre Minderheitsbeteiligung von 40 Prozent.

Damit geht der Bund Verlag zu 100 Prozent an die Espace Media über, wie diese am Dienstag mitteilte. Das Berner Modell mit den beiden Zeitungen «Der Bund» und «Berner Zeitung» werde auch im Rahmen den neuen Aktionärsverhältnissen «unter den gleichen wirtschaftlichen und publizistischen Kriterien weitergeführt».

Ständerat Hans Lauri gab gleichzeitig seinen Rücktritt als Verwaltungsratspräsident der Bund Verlag AG bekannt. Der Schritt sei eine Folge der neuen Aktionärsstruktur, schreibt Lauri. In gemeinsamen Anstrengungen sei es gelungen, das Berner Modell erfolgreich zu etablieren.

Berner Modell fortsetzen

«Der Bund» habe als viel beachtete Qualitätszeitung etabliert werden können. 2006 habe er auch einen positiven operativen Cash Flow erwirtschaftet. Er hofft, dass das Berner Modell auch unter der neuen Aktionärsstruktur fortgesetzt wird.

Die operative Führung des Bund Verlags lag schon bisher bei Espace. Daran ändere sich nichts, heisst es in der Mitteilung der Gruppe. Charles von Graffenried, der starke Mann bei Espace Media, übernimmt nun auch das Verwaltungsratspräsidium beim Bund Verlag.

Tamedia bedauert

Bewegung war schon vor einem Monat auf dem Medienplatz Bern eingetreten, als der Zürcher Tamedia Verlag die Mehrheit an der Espace Media übernahm. Dadurch entstand das nach Ringier zweitgrösste Schweizer Verlagshaus.

Tamedia bedauert den Schritt der NZZ, ihre 40-Prozent- Beteiligung zu verkaufen. Dieser sei einseitig und ohne Druck von Tamedia erfolgt, teilte deren Sprecher Christoph Zimmer mit. Die NZZ ihrerseits teilte mit, sie ermögliche der Tamedia «die Integration des Berner Modells in ihre Gesamtstrategie». (dapd)

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