19.06.2015 21:59

Smartphone-AbzockeBund geht gegen Sexabo-Fallen vor

Weil immer wieder Kunden in Smartphone-Fallen tappen, verbessert das Seco den Konsumentenschutz. Ab Juli gelten strengere Richtlinien.

von
ced
Vielfach reicht eine Bildschirmberührung auf der falschen Website, um ein Sexabo zu abonnieren.

Vielfach reicht eine Bildschirmberührung auf der falschen Website, um ein Sexabo zu abonnieren.

Smartphonefallen schnappen schneller zu, als man denkt: Oft reicht beim Surfen eine ungewollte Bildschirm-Berührung, damit auch ohne vorherige Eingabe der Telefon- oder Kreditkartennummer ein Kauf ausgelöst wird. Meistens handelt es sich um sogenannte Sexabo-Fallen.

Laut «Tages-Anzeiger» musste allein Sunrise im Februar letzten Jahres 17'000 betroffenen Kunden die Rechnung stornieren, da sie unwissentlich von sogenannten Premium-SMS-Anbietern abgezockt worden waren. Sie erhielten SMS, die hohe Gebühren verursachten – insgesamt wurde eine halbe Million Franken missbräuchlich verrechnet. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) reichte deshalb eine Anzeige bei der Schwyzer Staatsanwaltschaft ein. Gegen mehrere in Schwyz ansässige Anbieter wird ermittelt.

Preise müssen besser gekennzeichnet werden

Gestern hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) zusammen mit dem Seco über den aktuellen Stand informiert. Laut Guido Sutter, Leiter Recht beim Seco, sollen Konsumenten künftig besser geschützt werden, indem die Preisbekanntgabeverordnung (PBV) verschärft wird. So kann verhindert werden, dass es zu unwissentlichen oder unwillentlichen Vertragsabschlüssen kommt.

Ab dem 1. Juli gilt bei Dienstleistungen über eine Internet- oder Datenverbindung, dass der Preis gut sichtbar und deutlich auf der Schaltfläche zur Annahme des Angebots ersichtlich sein muss. Laut «Tages-Anzeiger» ist aber noch unklar, ob diese Verschärfung überhaupt wirksam ist. Von Kundenseite kann ein Betrug durch Abo-Anbieter kaum nachgewiesen werden: Ob man wirklich auf die Annahmefläche getippt hat, wird nirgends erfasst.

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