30.07.2020 13:31

#LoveIsNotTourism

«Merci Schweiz» – binationale Paare können sich ab Montag sehen

Binationale Paare jubeln: Ab Montag will der Bund auch Personen aus Drittstaaten einreisen lassen, wenn sie einen Freund oder eine Freundin in der Schweiz haben.

von
Claudius Seemann
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Personen aus Non-Schengen-Staaten, die eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner in der Schweiz haben, dürfen ab 3. August einreisen,

Personen aus Non-Schengen-Staaten, die eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner in der Schweiz haben, dürfen ab 3. August einreisen,

KEYSTONE
Die Partner in der Schweiz müssen nun nicht alleine auf ihre Liebsten aus diesen Staaten warten.

Die Partner in der Schweiz müssen nun nicht alleine auf ihre Liebsten aus diesen Staaten warten.

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Laut SEM brauchen diese Personen eine Einladung der in der Schweiz lebenden Person.

Laut SEM brauchen diese Personen eine Einladung der in der Schweiz lebenden Person.

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Darum gehts

  • Für binationale Paare konnte bisher nur ein Partner in die Schweiz reisen, wenn er aus einem EU/-EFTA-Staat oder einem von zwölf bestimmten Drittstaaten kam.
  • Der Bund weitet diese Regelungen per 3. August nun auf alle Drittstaaten aus.
  • Die Paare müssen ihre Beziehung allerdings auch hier belegen.
  • Auf Twitter freut sich die Bewegung #LoveIsNotTourism über den Entscheid.

Kommt die Freundin oder der Freund aus den USA oder aus Brasilien, konnten sich die Paare seit dem Lockdown nicht mehr sehen: Wieder offen waren bloss die Grenzen mit den EU/EFTA-Staaten sowie zwölf Drittstaaten.

Nun können aber auch diese Paare aufatmen: Personen aus allen Drittstaaten, die eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner in der Schweiz haben, dürfen ab 3. August einreisen, sofern sie ihre Beziehung belegen können. Das gab das Staatssekretariat für Migration (SEM) bekannt. Personen aus Staaten und Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko unterstünden unabhängig davon der Quarantänepflicht, wie das SEM schreibt.

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Nora Diggelmann (29) wohnt in Bern, ihr Freund Omar (38) in Los Angeles. Die beiden lernten sich 2016 kennen, seit eineinhalb Jahren sind sie ein Paar. «Unsere Liebe ist stärker als jegliche geschlossenen Grenzen, aber wir brauchen Lösungen», sagt Diggelmann.

Nora Diggelmann (29) wohnt in Bern, ihr Freund Omar (38) in Los Angeles. Die beiden lernten sich 2016 kennen, seit eineinhalb Jahren sind sie ein Paar. «Unsere Liebe ist stärker als jegliche geschlossenen Grenzen, aber wir brauchen Lösungen», sagt Diggelmann.

zvg
Ebenfalls getrennt: Anne aus der Schweiz und ihr Partner Rodrigo aus Mexiko.

Ebenfalls getrennt: Anne aus der Schweiz und ihr Partner Rodrigo aus Mexiko.

zvg
Andrea kommt aus Altstetten, Jeff aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia. Die beiden sahen sich zuletzt im Januar dieses Jahres. «Noch nie fühlte ich mich so hilflos und verloren wie im Sumpf der Corona-Pandemie. Ich wünschte mir, die Politiker würden sich ein Leben ohne ihre Frauen oder Partnerinnen vorstellen», sagt Jeff.

Andrea kommt aus Altstetten, Jeff aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia. Die beiden sahen sich zuletzt im Januar dieses Jahres. «Noch nie fühlte ich mich so hilflos und verloren wie im Sumpf der Corona-Pandemie. Ich wünschte mir, die Politiker würden sich ein Leben ohne ihre Frauen oder Partnerinnen vorstellen», sagt Jeff.

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Beziehung muss belegt werden

Laut SEM brauchen diese Personen eine Einladung der in der Schweiz lebenden Person. Zudem müssen sie belegen, dass ihre Partnerschaft seit längerem besteht und regelmässig gepflegt wurde und sie sich mindestens einmal vor Erlass der Einreisebeschränkungen mit der Partnerin oder dem Partner in der Schweiz oder im Ausland persönlich getroffen haben.

Belege sind neben einer schriftlichen Einladung eine schriftliche Bestätigung der Partnerschaft, eine Brief- oder E-Mail-Korrespondenz, Flugtickets sowie Fotos und Kopien von Ein- und Ausreisestempeln in Reisepässen.

Unter dem Hashtag #LoveIsNotTourism hatten binationale Paare eine Ausnahme für die Einreise verlangt. Mehrere Staaten, darunter Österreich oder Dänemark, haben diese inzwischen beschlossen.

«Merci, Schweiz»

Die Betroffenen freuen sich auf Twitter über die Ankündigung. Solange Collet (31) etwa, die ihren kolumbianischen Freund Ende Februar zuletzt gesehen hat, bedankt sich bei der Schweiz und spricht von einer «guten Lösung». Ein Problem könne noch das Umsteigen sein, wenn es keine direkten Flüge gebe.

Etwas neidisch blicken Betroffene aus Deutschland auf die Schweiz.

Bereits haben User den Hashtag #DoItLikeSwitzerland lanciert. So freue man sich für die Turteltauben, die sich in der Schweiz nun nach langer Zeit wiedersehen können.

Auch Alexandra Hoffmann (30) freut sich über den Entscheid. Sie gibt dem deutschen Innenminister zu verstehen: «Fragen Sie doch die Nachbarn, wie es geht.»

Alexandra hatte sich lange nach ihrem Freund gesehnt, der in den USA wohnt. Nun weiss sie, dass sie ihn bald wieder sehen kann.

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99 Kommentare
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Doch nöd ganz so schlimm

31.07.2020, 02:06

Irgendwie übertreibt hier doch fast jeder. Mal ehrlich, nicht jeder Einreisende ist ein „Infizierter“. Ich mag mich noch erinnern vor paar Monaten als es losging, haben da nicht alle Experten und Spezialisten gesagt es werden Zehntausende sterben, von Jung bis Alt? 1. durchschnittliches Sterbealter ist ca 84. Mit oder ohne Virus gemäss BAG. Also die Leute die sich hier so betroffen zeigen und Angst haben, bleibt doch am besten für immer zuhause :)

mast

30.07.2020, 17:30

Hart für Beziehungen auf Distanz, aber sorry!!! Wir reden ernsthaft über Maskenpflicht und lassen alle reisen und einreisen.... So geht es nicht!!

Don

30.07.2020, 17:19

Nachricht der Schweizer Botschaft: Diese Personen müssen eine Verpflichtungserklärung unterzeichnen, um nach dem kurzen Besuch in das Land zurückzukehren. Angesichts der Entwicklung von Covid im Land und der Tatsache, dass die Grenzen und Flughäfen immer noch geschlossen sind, kann diese wesentliche Bedingung jedoch nicht erfüllt werden. Die Menschen können nicht wirklich bescheinigen, dass sie nach Kolumbien zurückkehren können und dass sie nicht in der Schweiz gefangen sind, wenn die Schließung der Grenzen verlängert wird. Aus diesem Grund kann die Botschaft derzeit keine Bescheinigungen ausstellen, die die Reise genehmigen. Sobald sich die Situation in Kolumbien stabilisiert und die Flughäfen wiedereröffnet wurden, kann die Botschaft diese Dokumente ausstellen, die die Reise zu ihren Partnern