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«Branche akut gefährdet»Bund lehnt Rettungsplan für Reisebüros ab

Reisebüros sind verärgert, weil der Bundesrat ihre Rettungsvorschläge abgelehnt hat. Die Branche sei «akut gefährdet».

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sul
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Reisebüros müssen voraussichtlich bis am 11. Mai geschlossen bleiben.

Reisebüros müssen voraussichtlich bis am 11. Mai geschlossen bleiben.

uwe Zucchi
Punkto Unterstützung seitens der öffentlichen Hand sieht es nicht rosig aus: Mit ihren Rettungsvorschlägen sind sie beim Bundesrat abgeblitzt.

Punkto Unterstützung seitens der öffentlichen Hand sieht es nicht rosig aus: Mit ihren Rettungsvorschlägen sind sie beim Bundesrat abgeblitzt.

Soeren Stache
Dabei hatte sich der Schweizer Reiseverband mit dem Seco, dem Bundesamt für Justiz und dem Konsumentenschutz bereits auf eine gemeinsame Lösung geeinigt. Teil davon wäre verlängerter Schutz vor Betreibungen bis zum 30. September gewesen.

Dabei hatte sich der Schweizer Reiseverband mit dem Seco, dem Bundesamt für Justiz und dem Konsumentenschutz bereits auf eine gemeinsame Lösung geeinigt. Teil davon wäre verlängerter Schutz vor Betreibungen bis zum 30. September gewesen.

Keystone/Patrick B. Kraemer

Der Frust bei den Reisebüros sitzt tief: Sie sind mit ihren Rettungsvorschlägen beim Bundesrat abgeblitzt, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Dies geht aus einem Rundbrief hervor, den der Schweizer Reiseverband am Donnerstag an seine Mitglieder versandte.

Gemäss dem Schreiben hatte man sich mit dem Seco, dem Bundesamt für Justiz und dem Konsumentenschutz bereits auf eine gemeinsame Lösung einigen können. Teil davon wäre verlängerter Schutz vor Betreibungen bis zum 30. September gewesen. Doch der Bundesrat hat die Pläne überraschend abgelehnt.

Branche «akut gefährdet»

Der Ärger in der Reisebranche ist umso grösser, da andere Akteure mit Unterstützung vom Bund rechnen dürfen: Der Fluggesellschaft Swiss wurde eine Milliarden-Spritze in Aussicht gestellt, falls sie ihre Liquidität nicht anderweitig sicherstellen kann. Die Marketingorganisation Schweiz Tourismus soll 40 Millionen Franken für Werbezwecke erhalten.

Max E. Katz, Präsident des Schweizer Reiseverbandes, ist alarmiert: «Viele haben noch nicht realisiert, dass unsere Branche, die immerhin 8000 Arbeitsplätze umfasst, akut gefährdet ist.» Würden keine Massnahmen für die Reisebüros ergriffen, folge eine Konkurswelle und die Arbeitslosenkasse werde belastet.

«Irgendjemand muss Geld aufbringen»

Dass der Bund die Swiss bei Bedarf unterstütze, sei zwar im Interesse der ganzen Branche, räumt Katz ein. Aber: «Ein Teil dieses Geldes muss zwingend für Barrückzahlungen an die Endkunden bestimmt werden.»

Auch Globetrotter-Chef André Lüthi sagt: «Irgendjemand muss letztlich das Geld für die schätzungsweise 200 bis 300 Millionen Franken an offenen Forderungen gegenüber den Reisebüros aufbringen.» Wie es nun mit den Rückzahlungen weitergeht, bleibt offen.

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