Covid-Vakzine: Bund lehnte eigene Impfstoffproduktion ab
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Covid-VakzineBund lehnte eigene Impfstoffproduktion ab

Die Knappheit beim Corona-Impfstoff müsste nicht sein: Der Bund hätte bei Lonza eine eigene Produktionslinie aufbauen können.

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Produziert den Covid-Impfstoff von Moderna: Lonza in Visp. (Archivbild)

Produziert den Covid-Impfstoff von Moderna: Lonza in Visp. (Archivbild)

AFP/Fabrice Coffrini
Der Bund verzichtete auf eine staatliche Impfstoffproduktion.

Der Bund verzichtete auf eine staatliche Impfstoffproduktion.

AFP/Fabrice Coffrini

Darum gehts

  • Lonza in Visp hat dem Bund eine eigene Covid-Impfstoffproduktion angeboten.

  • Doch die Schweiz lehnte dieses Angebot ab.

  • «Es müsste die Gesetzesgrundlage angepasst werden, um in eine staatliche Impfstoffproduktion zu investieren», war die Begründung.

Die Schweiz hätte es in der Hand gehabt, die Impfstoffknappheit zu vermeiden: Der Pharmazulieferer Lonza hatte dem Bund den Aufbau einer eigenen, staatlichen Impfstoffproduktion angeboten. Im Zuge des Auftrags für das Covid-Vakzin von Moderna hätte die Regierung bei Lonza in Visp eine zusätzliche Produktionslinie nur für die Schweiz einrichten können.

Lonza-Präsident Albert Baehny eröffnete vergangenes Jahr dem Bund diese Option, wie der «Tages-Anzeiger» aus verschiedenen Kreisen in Erfahrung gebracht hat. Doch die Schweiz lehnte das Angebot ab. «Es müsste die Gesetzesgrundlage angepasst werden, um in eine staatliche Impfstoffproduktion zu investieren. Und auch eine staatliche Produktion könnte nicht sofort genügend Dosen für alle bereitstellen», begründet Nora Kronig. Die Vizedirektorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) leitet die Impfstoffbeschaffung für die Schweiz. Lonza und Moderna wollten den Vorgang nicht kommentieren.

Kapazität im Wallis nicht ausgenützt

«Wir haben uns darauf konzentriert, einerseits sehr früh internationale Organisationen zu unterstützen und andererseits selbst Impfstoffe zu beschaffen», erklärt Kronig der Zeitung weiter. Dabei ist die Knappheit notorisch. «Für uns war immer klar, dass am Anfang eine Knappheit bei den Impfstoffen herrscht. Es gibt klare Produktionsgrenzen, die nur die Zeit lösen wird. Die Jahresproduktion kann nicht gleich in den ersten Monaten bereitstehen», sagt die BAG-Vizedirektorin.

Weltweit wird über die Impfstoffknappheit gejammert, dabei gäbe es durchaus Kapazität für eine grössere Produktion: Lonzas Ziel war ursprünglich, 600 Millionen Dosen für Moderna herzustellen. Von Moderna kam dann nur ein Auftrag für 400 Millionen. Das heisst: Die Herstellung von bis zu 200 Millionen zusätzlichen Impfdosen im Wallis wäre möglich, schreibt der «Tages-Anzeiger» weiter.

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Pro Juventute, Tel. 147

(chk)

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