Aktualisiert 18.04.2011 08:26

Domain-Vergabe

Bund pfeift Switch zurück

Die offizielle Registrierungsstelle für Internetadressen darf ihre Tochtergesellschaft Switchplus nicht mehr bevorteilen. Das Bundesamt für Kommunikation hat ein Machtwort gesprochen.

Der staatliche Internetadressen-Verwalter Switch steht in der Kritik von privaten Hosting-Providern, dass er seine Marktmacht missbrauche. (Bild: Keystone)

Der staatliche Internetadressen-Verwalter Switch steht in der Kritik von privaten Hosting-Providern, dass er seine Marktmacht missbrauche. (Bild: Keystone)

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) habe die Stiftung im Rahmen eines Aufsichtsverfahrens verpflichtet, alle Konkurrenten gleich zu behandeln. Dies schreibt das Bundesamt in einer Verfügung vom 11. April. Die Konkurrenten hatten sich gegen die «irreführende Werbung» für Switchplus auf der Homepage der Stiftung Switch gewehrt (20 Minuten Online berichtete).

Quersubventionierung verhindern

Eine Gruppe von Providern, die sich seit der Gründung von Switchplus gegen deren Bevorzugung wehrt, schreibt: Das Bakom habe die halbstaatliche Stiftung zu einschneidenden Massnahmen verpflichtet, um die Wettbewerbsnachteile gegenüber privaten Hosting-Providern zu beseitigen. Zudem muss die Stiftung über die an Switchplus erbrachten Leistungen eine getrennte Kostenrechnung führen. Damit werde das Bakom kontrollieren können, dass keine unzulässige Quersubventionierung von Switchplus zulasten der Registrierungstätigkeit erfolge.

Die Stiftung Switch ist die Registrierungsstelle für Internetadressen mit der Schweizer Landesendung «.ch». Switch registriert für Liechtenstein auch die «.li»-Adressen. Die Stiftung gehört zur Hälfte dem Bund, der Rest ist im Besitz der Universitätskantone. Sie ist nicht gewinnorientiert.

Update 18.04.2011

Switch zeigt sich in einer Stellungnahme erstaunt vom Bakom-Entscheid. «Sowohl das Handelsgericht Zürich als auch die Wettbewerbskommission (Weko) sahen keine Nachteile für die Hosting-Provider und kein unzulässiges Verhalten durch Switch.» Man könne daher die Schlussfolgerungen des Bundesamtes für Kommunikation nicht nachvollziehen und erwäge, die Verfügung vom 11. April 2011 anzufechten. (sda)

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