Aktualisiert 11.05.2014 13:30

Anti-Stau-ProjektBund plant Mega-Autobahn im Norden Zürichs

Auf der A1 zwischen Zürich-Ost und Brüttisellen soll der Verkehr bald auf acht und mehr Spuren rollen – dank Nutzung der Pannenstreifen. Auch andernorts plant der Bund Ausbauten.

von
rom
Noch sind die Pannenstreifen bei der Verzweigung Zürich-Ost Tabu zum Befahren  das soll sich ab frühestens 2020 ändern.

Noch sind die Pannenstreifen bei der Verzweigung Zürich-Ost Tabu zum Befahren das soll sich ab frühestens 2020 ändern.

Stau jeden Morgen und Abend: Auf dem Autobahnabschnitt zwischen der Verzweigung Zürich-Ost und dem Brüttiseller Kreuz brauchen Autofahrer stets viel Geduld – und das trotz mindestens sechsspurigem Ausbau. Nun plant das Bundesamt für Strassen, die dortigen Pannenstreifen ebenfalls zu nutzen. Dies würde zwei zusätzliche Fahrspuren bedeuten. Allerdings wird sich die Situation nicht von heute auf morgen verbessern: «Aufgrund des Zeitbedarfs für Projektierung, Planauflage und Submission ist mit einer Umnutzung frühestens ab dem Jahr 2020 zu rechnen», sagte Astra-Sprecherin Karin Unkrig gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Das Astra liebäugelt schon seit längerem an mehreren Orten mit der Umnutzung von Pannenstreifen. Weiter fortgeschritten als in Zürich ist die Planung zwischen Winterthur-Töss und Winterthur-Ohringen sowie Bern-Wankdorf und Muri. Bei Winterthur sollen die Bauarbeiten voraussichtlich 2017 beginnen, bei Bern sogar schon 2015. Doch auch hier sind Verzögerungen denkbar. «Es zeichnet sich ab, dass für eine Pannenstreifennutzung ein Auflageprojekt mit Einsprachemöglichkeit zu erarbeiten ist», so Unkrig.

Aufwand lohnt sich nicht überall

Überhaupt gibt sich der Bund vorsichtig bei der Umsetzung der Pannenstreifenvariante. «Diese Umnutzungen sind eine mittelfristige Lösung, die oft viel Zeit für Planung Realisierung in Anspruch nehmen – darum stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand lohnt», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. Einige dieser Strecken seien später ohnehin für einen Vollausbau vorgesehen. «Wir nutzen keine Pannenstreifen für bloss fünf Jahre um», so Rohrbach. In Winterthur würde es sich jedoch lohnen – der Vollausbau der Umfahrung ist erst ab dem Jahr 2030 geplant.

Ein weiteres Hindernis: Teils sind die Pannenstreifen zu schmal, um sie wirklich umzunutzen. Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt: Wenn der Streifen fehlt, braucht es laut «NZZ am Sonntag»Nothaltebuchten für Pannenfahrzeuge. Und bei späteren Unterhaltsarbeiten fehle ein Pannenstreifen als Ausweichspur. Mit anderen Worten: Dann entstehen wieder neue Staus, so bald auf diesen Autobahnteilstücken gebaut wird.

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