Bund prüft elektronische Stimmabgabe
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Bund prüft elektronische Stimmabgabe

Die elektronische Stimmabgabe würde von einer Mehrheit der Stimmbürger genutzt. Der Bund führt deshalb in 3 Kantonen Pilotprojekte durch.

Da vor allem Jugendliche die Einführung befürworten, wäre ein positiver Einfluss auf die Stimmbeteiligung vorstellbar, wie die Bundeskanzlei am Dienstag festhielt.

Gemäss der Umfrage, die das Forschungsinstituts gfs.Bern in den Jahren 2003 und 2004 bei 4.018 Stimmberechtigten durchführte, ist der Begriff des vote electronique bereits 65 Prozent der Bevölkerung bekannt. Eine Mehrheit von 54 Prozent kann sich dabei generell vorstellen, selber per Internet abzustimmen. Als Hauptargument für eine elektronische Stimmabgabe wurde der Komfort dieser Möglichkeit genannt. Negativ fielen demgegenüber Befürchtungen über die Sicherheit und den Datenschutz ins Gewicht. 35 Prozent der Befragten lehnten das Abstimmen per Internet ab. Sie machten neben Sicherheitsargumenten mangelnde technische Kenntnisse und eine Vorliebe für die traditionelle Stimmabgabe geltend.

Eine positive Haltung zum vote electronique haben laut Studie vor allem jene Menschen, die das Internet häufig nutzen. In einer ersten Phase würden wohl vor allem von erfahrenen Surfern und Surferinnen elektronisch abstimmen, tendenziell eher Jugendliche. Dies könnte allenfalls auch eine positive Wirkung auf die Stimmbeteiligung haben, wie die Autoren der Studie festhalten.

Generell konnten sich berufstätige Menschen eine elektronische Stimmabgabe eher vorstellen als nicht berufstätige. Mit 59 Prozent Zustimmung war die Quote zudem bei den Männern höher als bei den Fr kommtauen, von denen 48 Prozent die neue Stimmabgabe befürworten. Romands und Städter zeigten sich tendenziell offener als Deutschschweizer und Leute, die auf dem Land lebten. Die Bundeskanzlei weist deshalb auch darauf hin, dass diese technologische Neuerung die Gefahr eines Grabens mit sich bringe.

Die elektronische Stimmabgabe wird derzeit in Pilotprojekten in den Kantonen Zürich, Genf und Neuenburg getestet. Mit Blick auf eine gesamtschweizerische Einführung sollen die Ergebnisse dieser Pilotphasen bis Ende 2007 ausgewertet werden.

(dapd)

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