Praxisgebühr: Bund prüft Gebühr für Arztbesuch
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PraxisgebührBund prüft Gebühr für Arztbesuch

Jeder Patient, der künftig einen Arzt aufsucht, soll dafür eine Gebühr bezahlen: Dieses Szenario wird derzeit vom Bund geprüft. Das wäre ungerecht für Arme, kritisieren Ärzte.

Drohende Prämienaufschläge bei den Krankenkassen von zehn Prozent und mehr bringen die Idee einer Praxisgebühr aufs Tapet: Um Patienten von überflüssigen Arztbesuchen wegen Bagatellen abzuhalten, sollen sie jedesmal zahlen müssen, wenn sie eine Praxis oder eine Notfallstation betreten. Das BAG prüft die Möglichkeiten. Noch offen ist, wie hoch die zusätzliche Kostenbeteiligung ausfallen würde und welche Abstufungen es geben soll.

Für Jacques de Haller, Präsident der Ärzteorganisation FMH, würde eine Praxisgebühr auf Kosten der Schwächsten gehen: «Sozialökonomisch Benachteiligte würden nicht mehr zum Arzt gehen, was für diese unter Umständen noch grössere gesundheitliche Folgen hätte.»

Paul Rhyn, Sprecher des Krankenkassenverbandes Santésuisse, sieht dies anders: Man könne die Praxisgebühr so gestalten, dass sie ökonomisch schlecht gestellten Menschen nicht zum Nachteil werde. Für die Ärzteorganisation FMH ist der Vorschlag ein Leerlauf: Der Selbstbehalt, den die Leute jetzt schon zahlen, genüge als Negativanreiz, sagt De Haller. Die Krankenkassen hingegen hoffen, «die Kosten kurzfristig senken zu können», so Rhyn.

gal

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