Aktualisiert 31.05.2020 17:53

SchweizBund rechnet bei neuen Kampfjets mit Gesamtkosten von 18 Milliarden

Das Volk wird diesen September darüber abstimmen, ob die Schweiz ab 2025 für sechs Milliarden Franken neue Kampfjets beschaffen soll. Die Gesamtausgaben sollen aber auf das Dreifache hinauslaufen.

von
Qendresa Llugiqi
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Nachfolger der F/A-18C Hornets könnten folgende Jets sein:

Nachfolger der F/A-18C Hornets könnten folgende Jets sein:

KEYSTONE
 Der Eurofighter des deutschen Unternehmens Airbus...

Der Eurofighter des deutschen Unternehmens Airbus...

KEYSTONE
 der Rafale des französischen Herstellers Dassault,…

der Rafale des französischen Herstellers Dassault,…

KEYSTONE

Darum gehts

  • Der Bundesrat plant, ab 2025 neue Kampfjets zu beschaffen
  • Die Beschaffungskosten betragen sechs Milliarden Franken
  • Nun hat das Schweizer Verteidigungsdepartement zum ersten Mal kommuniziert, wie hoch die Gesamtausgaben sein dürften
  • Es wird mit 18 Milliarden Franken gerechnet
  • Das Schweizer Volk stimmt im September über die Vorlage ab
  • Nicht abgestimmt wird darüber, welcher Typ und wie viele Jets beschafft werden sollen

Das Schweizer Verteidigungsdepartement rechnet bei neuen Kampfflugzeugen mit Gesamtausgaben von 18 Milliarden Franken. Zu den geplanten Beschaffungskosten von 6 Milliarden kommen damit über die gesamte Nutzungszeit der Jets rund 12 Milliarden für den Betrieb hinzu.

Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) gab die Schätzung der «SonntagsZeitung» bekannt. Amtssprecher Kaj-Gunnar Sievert sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Annahmen würden auf Erfahrungsdaten aus dem über zwanzigjährigen Betrieb der derzeit operierenden F/A-18-Kampfflugzeugflotte basieren.

Gegner sprechen von 24 Milliarden Franken

«Als Faustregel dürften die über 30 Jahre aufgerechneten Betriebskosten zirka doppelt so hoch ausfallen wie die Beschaffungsausgaben», sagte der Armasuisse-Sprecher. Präzise Berechnungen seien momentan noch nicht möglich. Noch seien weder der Typ noch die Anzahl der neuen Flugzeuge bestimmt. Der Bundesrat fällt den Typenentscheid voraussichtlich Anfang 2021.

Der Bekanntgabe der Schätzung des Bundes waren Diskussionen in der Politik um die Lebenszykluskosten der Jets vorangegangen. Dabei wurden teils viel höhere Beträge als die 18 Milliarden Franken genannt. Gegner des Kaufs neuer Kampfflugzeuge bezifferten die Ausgaben bisweilen auf gegen 24 Milliarden Franken. Sie beriefen sich teils auf Berechnungen von Behörden in Deutschland und Kanada.

Volk stimmt Ende September ab

Bundesrat und Parlament wollen ab 2025 für sechs Milliarden Franken neue Kampfjets beschaffen. Diese sollen die bestehende Flotte aus F/A-18- und Tiger-Jets ablösen. Weil die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), die SP und die Grünen das Referendum ergriffen haben, stimmt das Volk am 27. September 2020 über die Vorlage ab.

Nicht abgestimmt wird über den Flugzeugtyp und die Anzahl der Jets von 36 oder 40 Fliegern. Derzeit ist die zweite Offertrunde im Gang. Vier Hersteller hatten sich im vergangenen Frühsommer mit ihren Maschinen der Erprobung im Schweizer Luftraum gestellt.

Im Rennen sind das Tarnkappenflugzeug F-35 von Lockheed Martin, der F/A-18 Super Hornet von Boeing, der Rafale des französischen Herstellers Dassault und das Airbus-Flugzeug Eurofighter aus Deutschland.

(SDA)

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181 Kommentare
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Luzi Müller

02.06.2020, 12:46

Warum Flugzeuge kaufen wenn es Luftabwehrraketen auch tun würden? Wir wollen ja das Eindringen verhindern und nicht einen Einmarschkonvoi bilden. Und für die Flugbegleitung nehmen wir Swiss first Pilatus Flugzeuge :-)

Fritz The Cat

02.06.2020, 10:17

An "M.S.": Richtig, wir sind nicht mehr im 2. Weltkrieg. Das ist genau warum der Bundesrat die Luftsicherung mit Air2030 wieder garantieren will, damit wir bei den Bodentruppen 5,5 Milliarden sparen koennen! Sobald der Luftraum wieder geschuetzt ist, werden folgende Waffensysteme nicht mehr ersetzt: - Kampfpanzer - Panzerhaubitze - Panzerjaeger Deshalb wird insgesamt 5,5 Milliarden gespart, da diese Aufgaben dann in der Luftwaffe eingeschlossen wird.

Fritz The Cat

02.06.2020, 10:14

An "Rene": Das ist genau der Grund warum 40 Flugzeuge gekauft werden muessen, d.h. wenn erhoehte Alarmbereitschaft ist, sind konstant 4 Kampfflugzeuge in der Luft. Die scannen mit ihrem Radar weit ueber die Landesgrenzen und sind innert 3 Minuten an jedem Ecken der Schweiz wo es Luftverletzungen gibt.