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Geld für FachstelleBund sagt Politikern, was ein Flirt ist und was nicht

Nach der Buttet-Affäre reagiert das Parlament: Eine Delegation spricht Geld für eine Fachstelle und erklärt, was Flirt und was Belästigung ist.

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Was ist ein Flirt, was eine Belästigung? Nach der Affäre Buttet erklärt die Verwaltungsdelegation des Parlaments den Politikern den Unterschied und spricht Geld für die Beratung in einer Fachstelle.

Was ist ein Flirt, was eine Belästigung? Nach der Affäre Buttet erklärt die Verwaltungsdelegation des Parlaments den Politikern den Unterschied und spricht Geld für die Beratung in einer Fachstelle.

Verschiedene Politikerinnen hatten eine solche Fachstelle gefordert, nachdem bekannt wurde, dass Yannick Buttet (CVP) mehrere Ratskolleginnen sexuell belästigt haben soll.

Verschiedene Politikerinnen hatten eine solche Fachstelle gefordert, nachdem bekannt wurde, dass Yannick Buttet (CVP) mehrere Ratskolleginnen sexuell belästigt haben soll.

Keystone/Peter Schneider

Nach der Stalking-Affäre um CVP-Nationalrat Yannick Buttet forderten die Nationalrätinnen Kathrin Bertschy (GLP) und Lisa Mazzone (Grüne) eine Fachstelle, an die sich belästigte Parlamentarier wenden können.

Nun reagiert das Parlament auf die Forderungen. Die Verwaltungsdelegation (VD), welche die Geschäftsführung der Parlamentsdienste überwacht, hat am Dienstag entschieden, den Parlamentarierinnen und Parlamentariern bei Belästigung eine Anlaufstelle zu bieten.

Belästigte Politiker können sich neu an die bereits bestehende Fachstelle für Mobbing und Belästigung wenden. Diese biete den Ratsmitgliedern in Bern und Zürich Beratungen auf Deutsch, Französisch und nach Voranmeldung auch auf Italienisch an, schreibt die VD. Das Mandat umfasse Basisdienstleistungen für ein Jahr im Umfang von 3600 Franken. Aufgrund der gemachten Erfahrungen will die Delegation in einem Jahr entscheiden, ob das Mandat verlängert wird.

«Ein Flirt löst Freude aus»

Das Beratungsgespräch erfolge je nach Wunsch mit einer Frau oder einem Mann in Bern, Zürich oder per Telefon. Die Kosten werden vom Parlament getragen. Die Anonymität der Auskunft suchenden Personen sei gewährleistet, schreibt die Verwaltungsdelegation in ihrer Mitteilung.

Das Gremium, das sich sich aus den Präsidenten und Vizepräsidenten beider Räte zusammensetzt, erklärt den Politikern zudem den Unterschied zwischen Flirt und Belästigung. So sei ein Flirt von beiden Seiten erwünscht, eine gegenseitige Entwicklung, die Freude auslöse und das Selbstwertgefühl stärke. Eine Belästigung hingegen sei einseitig, erniedrigend, beleidigend und verletze persönliche Grenzen. Gegen sexuelle Belästigung in jeder Form sei «mit aller Entschiedenheit vorzugehen».

Zum genauen Vorgehen der Fachstelle bei einer Meldung einer Politikerin oder eines Politikers äussert sich Leiterin Claudia Stam-Wassmer auf Anfrage von 20 Minuten nicht weiter und verweist auf die Mitteilung der Verwaltungsdelegation. «Alle Anfragen werden vertraulich behandelt.» Dass die VD den Unterschied zwischen Flirt und sexueller Belästigung noch einmal aufzeige, begrüsst sie. «Zwar glauben die meisten, alle Regeln zu kennen, doch so geht man auf Nummer sicher.» Ob ein Kompliment für das Aussehen oder eine Berührung schon als sexuelle Belästigung gilt, ist laut Stam-Wassmer vom Fall abhängig. «Das kommt ganz auf die Situation und das Verhältnis der beteiligten Personen an.»

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