Aktualisiert 04.03.2014 16:11

Dauernd Stau

Bund soll A1 auf sechs Spuren ausbauen

Überlastet und verstopft: Die A1 ist am Limit. Politiker fordern jetzt, dass der Bund die Autobahn nicht nur streckenweise, sondern komplett auf sechs Spuren ausbaut.

von
nj
Nichts geht mehr: Stau ist auf vielen Streckenabschnitten der A1 ein tägliches Ärgernis.

Nichts geht mehr: Stau ist auf vielen Streckenabschnitten der A1 ein tägliches Ärgernis.

Dass das Schweizer Autobahnnetz überlastet ist, zeigt sich jeden Tag: Auf rund 185 Kilometern stehen Autofahrer täglich während bis zu vier Stunden im Stau. Diese Zahl hat sich damit mehr als doppelt so schnell entwickelt wie noch vor einigen Jahren angenommen. Und die Tendenz ist stark steigend: Im Jahr 2030 sollen bereits rund 490 Kilometer des Nationalstrassennetzes überlastet sein.

Für viele Politiker ist deshalb klar: Die A1 muss durchgehend auf sechs Spuren ausgebaut werden. Der Aargauer Verkehrsdirektor Stephan Attiger (FDP) sagt in der NZZ: «Statt eines Flickenteppichs müsste man die A1 auf der ganzen Linie auf sechs Spuren ausbauen.» Die Stauentwicklung sei seit 2009 «dramatisch». Und zwar nicht wegen Bauarbeiten oder Unfällen, sondern wegen Überlastung. Der Bund müsse jetzt mutig vorangehen. Der Kanton Aargau will sich mit anderen betroffenen Kantonen absprechen und sich dann in der Vernehmlassung zum neuen Strassenfonds für den Ausbau auf sechs Spuren einsetzen.

Ausbau wird heisses Thema im Parlament

Mit ihrem Anliegen sind die Aargauer nicht allein. Auch national wird der Ruf nach mehr Platz auf der Autobahn laut: «Der Ausbau auf sechs Spuren kommt ganz klar aufs Tapet», sagt SVP-Nationalrat Adrian Amstutz. Finanziert werden könnte diese Massnahme einerseits, indem das Geld des neuen Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds komplett für die Strasse eingesetzt würde. Andererseits könnten auch Gelder aus den rund zehn Milliarden an Abgaben, die Autofahrer jährlich leisten, in die A1 investiert werden. Amstutz plädiert daher für die Milchkuh-Initiative: Diese fordert, dass die Beiträge der Autofahrer ausschliesslich für Strassenprojekte verwendet werden.

«Doris Leuthard muss den Ausbau auf sechs Spuren auf die Liste nehmen», fordert auch FDP-Nationalrat Markus Hutter. Sogar die SP ist nicht abgeneigt: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen sechs Spuren auf der A1», wird Verkehrspolitikerin Edith Graf-Litscher im Artikel zitiert. Es brauche aber unbedingt eine Gesamtschau. Keine Chance hat die Idee hingegen bei den Grünen.

Von den betroffenen Autofahrern würde wahrscheinlich jeder das Anliegen unterschreiben. Ein Leser-Reporter meldete am Montagmorgen um kurz nach 7 Uhr: «Jeden Tag Stau auf der A1. Um 6 Uhr bereits Stillstand in Winterthur, dann Gubrist.» Er sei im Aussendienst auf das Auto angewiesen. «Wenn der Pendler im Zug einmal zu lange warten muss, hört man Stimmen von Entschädigung der Billette und Ähnlichem. Den Autofahrer, der den ÖV grösstenteils finanziert, lässt man einfach im Stau stehen – ein Hohn!» Es brauche nebst dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs deshalb dringend auch grössere Investitionen ins Strassennetz.

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