Projekt vor dem Aus: Bund streicht Beitrag für Preisbarometer
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Projekt vor dem AusBund streicht Beitrag für Preisbarometer

Der Bund will keinen Beitrag mehr an der Preisbarometer leisten. Damit steht das Projekt vor dem Aus, denn die Macher wollen es nicht auf eigene Kosten weiter betreiben.

Passanten tragen Einkaufstaschen durch die Strassen (Archivbild).

Passanten tragen Einkaufstaschen durch die Strassen (Archivbild).

Ab 2015 will der Bund den Preisbarometer nicht mehr mit einem finanziellen Beitrag unterstützen. Die Konsumentenschützer sind nicht bereit, das Barometer im bisherigen Umfang und ganz auf eigene Kosten weiter zu betreiben. Damit dürfte das Projekt vor dem Aus stehen.

Der Preisbarometer könne nicht mehr in der heutigen Form weitergeführt werden, bedauert die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen in einer Mitteilung vom Montag. Ob weiterhin punktuelle Preisvergleiche durchgeführt werden, sei vorerst offen. Der Bund hatte den Preisbarometer in den letzten zwei Jahren jeweils mit 50'000 Franken unterstützt.

Kritik von der Stiftung

Die Beiträge seien als Anschubfinanzierung für die Plattform gedacht gewesen, heisst es beim Eidg. Büro für Konsumentenfragen auf Nachfrage. Grundsätzlich liege die Verantwortung für den Preisbarometer bei den Konsumentenschützern. Es sei nicht vorgesehen, ihnen jedes Jahr finanziell unter die Arme zu greifen.

Das lässt die Stiftung für Konsumentenschutz nicht auf sich sitzen. «Es ist eine absolut illusorische Idee, eine werbefreie Plattform in der Zeit selbsttragend zu machen», kritisiert Geschäftsführerin Sara Stalder gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Das Preisbarometer sei das einzige Instrument in der Schweiz, mit dem die Preise identischer Produkte im In- und Ausland verglichen werden könnten, sagte Stalder. Nun bleibe offen, wie solche Vergleiche künftig regelmässig durchgeführt würden.

Zweiter Rückschlag

Die Streichung der Gelder hatte sich abgezeichnet. Der Bundesrat hatte bereits im Dezember 2012 in einer Antwort in der Fragestunde des Parlamentes geschrieben, der Preisbarometer müsse ab 2015 selbsttragend sein.

Mit dem heutigen Entscheid erleidet die Allianz der Konsumentenschützer den zweiten Rückschlag in diesem Jahr. Im Mai hatte das Konsumentenforum bekanntgegeben, Ende Jahr aus dem Preisbarometer auszusteigen. Es rechtfertigte seinen Entscheid mit dem grossen Aufwand und dem geringen Interesse der Konsumenten.

Preisvergleich mit Ausland

Das Preisbarometer wurde 2012 im Auftrag des Bundes lanciert. Umgesetzt wurde das Projekt von den vier Konsumentenschutzorganisationen der Schweiz (Stiftung für Konsumentenschutz, Konsumentenforum, Fédération romande des consommateurs, Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana).

Die Internetseite vergleicht die Preise von Markenprodukten in der Schweiz und im benachbarten Ausland. Der Preisvergleich sollte Druck auf die Anbieter erzeugen, Währungsvorteile an die Konsumenten weiterzugeben. (sda)

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