Steigende Zahlen: Bund untersucht alle Velounfälle von 2014

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Steigende ZahlenBund untersucht alle Velounfälle von 2014

Die Zahl der tödlichen Velounfälle ist im vergangenen Jahr massiv gestiegen. Der Bund will jetzt untersuchen, woran das liegt – und dann reagieren.

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Die Zahl der getöteten Velofahrer ist deutlich gestiegen. Der Bund will die Fälle nun untersuchen. Dazu gehört etwa der tödliche Unfall vom Juni 2014, als Simon H. (28) auf seinem Weg zur Arbeit von einem Auto erfasst und getötet wurde.

Die Zahl der getöteten Velofahrer ist deutlich gestiegen. Der Bund will die Fälle nun untersuchen. Dazu gehört etwa der tödliche Unfall vom Juni 2014, als Simon H. (28) auf seinem Weg zur Arbeit von einem Auto erfasst und getötet wurde.

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Auf der Bünztalstrasse in Dintikon AG kam es in der Nacht auf Sonntag (1. Juni 2014) zum tödlichen Verkehrsunfall.

Auf der Bünztalstrasse in Dintikon AG kam es in der Nacht auf Sonntag (1. Juni 2014) zum tödlichen Verkehrsunfall.

Kantonspolizei Aargau
H. wurde dabei von einem Auto angefahren und mehrere Meter weggeschleudert.

H. wurde dabei von einem Auto angefahren und mehrere Meter weggeschleudert.

Kantonspolizei Aargau

Schweizweit nehmen die Zahlen von Schwerverletzten und Toten im Strassenverkehr ab. Mit einer Ausnahme. Für das Veloland Schweiz sind die Zahlen der Unfallstatistik 2014 alles andere als erfreulich: Im Jahr 2014 wurden insgesamt 890 Velofahrer bei Unfällen schwer verletzt. Im Jahr zuvor waren es noch 100 weniger gewesen. Die Anzahl Schwerverletzter ist damit auf den höchsten Stand der letzten fünf Jahre gestiegen. Auch die registrierten Unfälle mit E-Bike-Fahrern folgen einem Aufwärtstrend. 2014 wurden 145 Personen schwer verletzt, 31 mehr als im Jahr zuvor. Bei den tödlich verunglückten Velofahrern zeigt sich ein ähnliches Bild. Insgesamt 29 Velofahrer fanden 2014 auf Schweizer Strassen den Tod, das sind 12 Personen oder 65 Prozent mehr als im Vorjahr.

Diese deutliche Zunahme bewog das Bundesamt für Strassen (Astra) nun dazu, die Fälle näher zu untersuchen. «Jetzt wollen wir genau wissen, was das für Unfälle waren», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach zur «Neuen Luzerner Zeitung». Obwohl die Zahlen im Vergleich zu den Nachbarländern und zu früher auf tiefem Niveau liegen, wird nun jeder einzelne Velounfall des Jahres 2014 genau untersucht.

Pro Velo begrüsst Engagement

Konkret wird analysiert, wo und weshalb die Unfälle passiert sind, ob es sich um Selbstunfälle handelt oder ob möglicherweise das Wetter eine Rolle spielte. Ein Ergebnis wird bis zu den Sommerferien erwartet. Über allfällige Massnahmen will Rohrbach noch nichts verraten. «Was wir daraus machen, entscheiden wir, wenn die Resultate vorliegen.»

Bei Pro Velo freut man sich über das Engagement von Astra. Auch Geschäftsführer Christoph Merkli sind die steigenden Zahlen ein Dorn im Auge. Weshalb immer mehr schwere Unfälle registriert werden, darüber kann er allerdings nur mutmassen: «Höhere Verkehrsdichte, mehr Velofahrer, mehr Ablenkung.»

Höhere Bussen für unachtsame Autofahrer

Am Steuer essen, trinken oder telefonieren sind häufige Ursachen von Ablenkung und Unaufmerksamkeit, schreibt die Zeitung. Und sie führen immer wieder zu Unfällen. Merkli will deshalb, dass die Polizei das Handyverbot konsequenter durchsetzt. Die Bussen dafür sollten zudem erhöht werden. «Offenbar schmerzt die Herausgabe von 100 Franken nicht genug», sagt er zur Zeitung.

Der Dachverband will die Veloinfrastruktur der Schweiz ohnehin verbessern. Dafür hat er vor kurzem eine Volksinitiative gestartet. Im ersten Monat habe man bereits 15'000 Unterschriften sammeln können. Für die restlichen 85'000 bleibt ihnen noch bis Anfang September Zeit.

Velohelme können schweren Verletzungen vorbeugen. Sie nützen allerdings nur, wenn sie auch richtig getragen werden. Im Video sehen Sie, wie der Helm sitzen muss:

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