Aktualisiert 11.03.2014 07:45

LandenteignungBund verweigert Staat Arkadien die Anerkennung

Nachdem ein Deutscher einen Quadratmeter Land in Kerns annektierte und dies dem Bundesrat schriftlich mitteilte, erhielt der Künstler Post aus Bern.

von
Daniela Gigor
Der Deutsche Konzeptkünstler hat in Kerns einen Quadratmeter Land besetzt.

Der Deutsche Konzeptkünstler hat in Kerns einen Quadratmeter Land besetzt.

Der Berliner Konzeptkünstler Peter Kees hat im Oktober 2013 auf dem Ächerlipass bei Kerns ein Stück Land in der Grösse eines Quadratmeters enteignet und dort seinen Staat Arkadien gegründet (20 Minuten berichtete). Über die Aneignung informierte Kees den Bundesrat in einem Brief. «Der Bundesrat hat mit Schmunzeln auf die Kunstaktion reagiert», sagt Kees, der sich selbst als «Arkader» bezeichnet. Dem Schreiben sei zwischen den Zeilen zu entnehmen, dass der Bundesrat froh sei, dass es sich bei der Landenteignung um eine Kunstaktion handle. Kees: «Im Schreiben wurde weiter darauf hingewiesen, dass die Enteignung weder völker- noch staatsrechtliche Folgen haben könnte.»

Kees hatte auch viele Reaktionen aus der Bevölkerung erhalten. Einige beantragten Asyl auf Arkadien oder wollten sich gar einbürgern lassen. Kees will «seinen Staat» in Kerns bald wieder besuchen, um zu sehen, ob er noch so vorhanden ist, wie er ihn verlassen hatte.

Krise in der Ukraine künstleisch vorweggenommen

Durch das aktuelle Geschehen wurde Kees Kunstaktion auf dem Ächerlipass inzwischen von der Realität eingeholt: «Der Ausgang zur Abstimmung über die Einwanderungsinitiative in

der Schweiz habe ich gedanklich vorweggenommen», sagt Kees. Er stelle sich die Frage, wie es um das Prinzip von Nationalstaaten stehe und ob diese nicht schon längst überholt seien. «Menschen sollten dort leben, wo sie wollen», sagt Kees weiter.

Kees verfolgt auch die Situation in der Ukraine mit Sorge, weil es dort genau darum gehe, Land zu enteignen. «Mit der Schaffung von Arkadien in Kerns habe ich im Vorfeld die Finger in die Wunde gelegt», sagt Kees, der mit seinen Aktionen zum Nachdenken anregen will. Sein nächstes Ziel: Er möchte in die Ukraine reisen, um einen weiteren Quadratmeter Land zu besetzen. Kees: «Dort ist eine künstlerische Intervention notwendig.»

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