Nach Unfall-Serie: Bund will deutlich weniger Zebrastreifen
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Nach Unfall-SerieBund will deutlich weniger Zebrastreifen

In der Schweiz gibt es zu viele gefährliche Fussgängerstreifen. Der Bund verlangt deshalb von Kantonen und Gemeinden eine drastische Reduktion der Zebrastreifen.

von
uwb

Nach der Unfallserie auf Fussgängerstreifen verlangt der Bund von Kantonen und Gemeinden, dass diese die Anzahl der Fussgängerstreifen, insbesondere die gefährlichen, drastisch reduzieren.

Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamtes für Strassen sagt im Interview mit der «SonntagsZeitung»: «Wir haben in der Schweiz zu viele Fussgängerstreifen. Aus Sicherheitsgründen müssten wir zahlreiche eliminieren.»

Ungeeignete Stellen

Weil der Bund die Kompetenzen dazu nicht hat, stellt er jetzt Gemeinden und Kantonen eine Unfalldatenbank und ein Analysetool zur Verfügung, damit «sie risikobasierte Überprüfungen starten können.»

Fussgängerstreifen würden aus Sachzwängen zu oft an ungeeigneten Stellen angelegt. Das steigere das Unfallrisiko stark. Zudem verlangt Dieterle, dass sicherheitsmässig ungenügend ausgestaltete Fussgängerstreifen so umzugestalten seien, dass sie den aktuellen Normen und Richtlinien entsprechen. Auch sei eine genügende Signalisierung sicherzustellen.

Autos sicherer machen

Einen anderen Lösungsansatz hat Bettina Zahnd, Unfallforscherin bei der AXA Winterthur. Sie zählt auf die Entwicklung «intelligenter Autos», die dabei helfen sollen Fussgänger-Unfälle zu verhindern. Das erklärte Zahnd in der Zeitung «Der Sonntag». Mit neuen, raffinierten Autotechnologien würden künftig mehr Unfälle verhindert als es mit sanierten Zebrastreifen möglich sei, findet sie.

So gebe es bereits Autos, die mit integrierten Kameras Fussgänger erkennen und sie frühzeitig anzeigen würden – und im Notfall sogar selber bremsen könnten. Serienmässig könnte diese Notbremse ab 2020 in den meisten Automodellen eingebaut sein. «Solche Fahrerassistenzsysteme sind äusserst vielversprechend», sagt Zahnd - und wahrscheinlich auch effizienter als allfällige Kampagnen für mehr Sicherheit.

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