Tiefenbahnhof plus Herzstück - Bund will in Basel neun Milliarden investieren
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Tiefenbahnhof plus HerzstückBund will in Basel neun Milliarden investieren

Das Bundesamt für Verkehr richtet in Basel mit der grossen Kelle an und will einen Tiefenbahnhof samt unterirdischer S-Bahn durch die Stadt realisieren. Der Neun-Milliarden-Plan muss aber noch durchs eidgenössische Parlament.

von
Lukas Hausendorf
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Ausser für Reisende nach Frankreich, ist der Basler Bahnhof SBB heute ein Kopfbahnhof. Die S-Bahn muss eine Spitzkehre machen. Das soll sich ändern, geht es nach dem Bundesamt für Verkehr. 

Ausser für Reisende nach Frankreich, ist der Basler Bahnhof SBB heute ein Kopfbahnhof. Die S-Bahn muss eine Spitzkehre machen. Das soll sich ändern, geht es nach dem Bundesamt für Verkehr.

bahnknotenbasel.ch
Dieses spricht sich für das sogenannte Herzstück aus. Das wäre eine unterirdische S-Bahn-Verbindung von Basel SBB zum Badischen Bahnhof. Damit nicht genug. Am Bahnhof SBB soll  gemäss der favorisierten Stossrichtung 3 zusätzlich ein Tiefbahnhof entstehen.

Dieses spricht sich für das sogenannte Herzstück aus. Das wäre eine unterirdische S-Bahn-Verbindung von Basel SBB zum Badischen Bahnhof. Damit nicht genug. Am Bahnhof SBB soll gemäss der favorisierten Stossrichtung 3 zusätzlich ein Tiefbahnhof entstehen.

SBB
Das Herzstück würde die S-Bahn ins Stadtzentrum bringen. Die Pläne dafür gibt es schon lange.

Das Herzstück würde die S-Bahn ins Stadtzentrum bringen. Die Pläne dafür gibt es schon lange.

Konsorium Herzstück

Darum gehts

  • Das Bundesamt für Verkehr möchte in der Region Basel neun Milliarden Franken in den Ausbau der Bahninfrastruktur investieren.

  • Mit dem Geld sollen das unterirdische S-Bahn-Herzstück und ein Tiefbahnhof in Basel gebaut werden.

  • Die Regierungen beider Basel frohlocken. Allerdings muss das Grossprojekt noch durch das eidgenössische Parlament.

Seit Jahren existieren in Basel Pläne für ein sogenanntes Herzstück. Das ist eine unterirdische Verbindung zwischen dem Badischen und Bahnhof SBB, die zugleich die Erschliessung des Stadtzentrums mit der S-Bahn ermöglichen würde. Das Milliardenprojekt kam jahrelang nicht richtig vom Fleck und jetzt setzt das Bundesamt für Verkehr noch einen drauf.

Wie am Freitag bekannt wurde, möchte das BAV nicht nur das Herzstück realisieren, sondern den Bahnknoten Basel gar mit einem zusätzlichen Tiefenbahnhof ausbauen. Am Bahnhof Basel SBB seien zusätzliche Gleise nur noch unterirdisch realisierbar. «Die Stossrichtung ‹Tiefbahnhof plus Herzstück› stellt das langfristige planerische Ziel für den Raum Basel dar», hält das BAV in seiner Mitteilung fest.

Die Kosten für das Mega-Projekt werden «nach ersten groben Schätzungen» auf rund neun Milliarden Franken beziffert. Diese würden über den Bahninfrastruktur-Fonds finanziert und über mehrere Jahrzehnte verteilt. Diese Kosten seien auf lange Sicht vergleichbar mit dem, was in anderen Regionen investiert werde. Allerdings ist die Absichtserklärung des BAV noch keine Zusage. Dazu müssten sowohl das Herzstück, wie auch der Tiefenbahnhof in die Ausbauschritte des Bundes aufgenommen werden. Die Botschaft dazu wird voraussichtlich bis Ende 2026 ans eidgenössische Parlament überwiesen.

«Für Region von enormer Bedeutung»

Am Rheinknie ist man trotzdem schon euphorisch. «Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft nehmen den Entscheid des Bundesamts für Verkehr mit grosser Freude zur Kenntnis», teilten die Baudirektionen beider Kantone mit. «Der heutige Entscheid ist für die Region von enormer Bedeutung. Er ist ein wichtiger Schritt hin zu einer leistungsfähigen trinationalen S-Bahn mit hohen Takten und kurzen Reisezeiten», so der Baselbieter Baudirektor Isaac Reber (Grüne).

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