30.07.2020 12:47

«Epidemiologische Trendwende»

Bund drängt Kantone zu Maskenpflicht in Läden

Das Bundesamt für Gesundheit fordert die Kantone auf, zu handeln: Er empfiehlt eine Maskenpflicht in Läden. In Restaurants sollen die Gäste ihre Kontaktdaten angeben müssen.

von
Daniel Waldmeier

Ernste Lage: BAG-Chef Pascal Strupler.

Mit ernster Miene sagte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamt für Gesundheit, am Donnerstag vor den Medien: «Das Virus macht keine Ferien.» Mit 220 Neuinfektionen zähle man so viele Fälle wie seit dem 23. April nicht mehr.

«Es ist ein klares Zeichen für eine epidemiologische Trendwende. Die Situation verschärft sich, sie ist ernst», sagte Strupler. Sein Appell: «Wir müssen jetzt handeln und einen Gang hochschalten. Die Hauptverantwortung liegt bei den Kantonen.» Es liege in ihrer Zuständigkeit, Massnahmen einzuführen und zu verschärfen. Da nicht mehr die ausserordentliche, sondern besondere Lage gilt, hat der Bund die Verantwortung zurück an die Kantone gegeben.

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Mit Maske einkaufen? Eine gute Idee, sagt jetzt der Bund.

Mit Maske einkaufen? Eine gute Idee, sagt jetzt der Bund.

KEYSTONE
Das BAG fordert die Kantone zum Handeln auf.

Das BAG fordert die Kantone zum Handeln auf.

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Im ÖV gibts bereits die Pflicht: Pendler tragen am Hauptbahnhof in Zürich Schutzmasken. (6. Juli 2020)

Im ÖV gibts bereits die Pflicht: Pendler tragen am Hauptbahnhof in Zürich Schutzmasken. (6. Juli 2020)

Foto: Ennio Leanza/Keystone

Kantone sollen schnell handeln

Der Bund drängt die Kantone nun aber zum Handeln. Konkret sollen diese die Massnahmen in drei Punkten verschärfen:

• Eine Maskenpflicht in allen Läden oder sogar allen öffentlich zugänglichen Innenräumen. Ein Obligatorium beim Einkaufen kennen etwa schon die Kantone Waadt oder Jura.

• Gäste von Restaurants und Ausgehlokalen sollen ihre Kontaktangaben angeben müssen.

• In Bars und Clubs sollen maximal hundert Personen feiern dürfen. Diese Obergrenze gilt beispielsweise in den Nordwestschweizer Kantonen.

Strupler sagte, er sei sich bewusst, dass die Massnahmen wirtschaftliche Konsequenzen hätten. Aber: In der jetzigen Situation gebe es keinen Freipass zum Feiern.

Rudolf Hauri, der Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, sagte, dass die Kantone die Einführung der Maskenpflicht nun prüfen würden. Er betonte aber auch: «Es gibt Kantone, die kaum betroffen sind.» Entsprechend gebe es auch bei den Massnahmen kantonale Unterschiede. Diese seien durchaus sinnvoll.

Epidemiologe gehts zu langsam

Kurz nach der Medienkonferenz übte der Berner Epidemiologe Christian Althaus bereits Kritik am Vorgehen der Behörden. Seiner Meinung nach wäre ein entschiedeneres Handeln nötig: Die Massnahmen würden über kurz oder lang ohnehin unumgänglich, schreibt er auf Twitter.

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1512 Kommentare
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Marc G.

31.07.2020, 22:15

Vor allem möchte ich gerne irgendwo abrufen können, welcher Kanton was genau entscheidet. Das ist eine Katastrophe, wenn in einem Kanton bereits Maskenpflicht hat und dann fahre ich in einen anderen Kanton, der hat es noch nicht... Das ist ja wieder mal eine typisch schweizerische Entscheidung: Anstatt zu sagen, dass es jetzt einfach ÜBERALL gilt, heisst es: die Kantone sollen entscheiden... Und ein 2. Lockdown überleben wir nicht, sei es sozial oder wirtschaftlich, aber Hauptsache, die Grenze ist offen...

Maya

31.07.2020, 22:02

Bitte zuerst ein Wissenschaftlicher Konsens dass die Maske nützt und nicht schadet. Der tendenziell ängstliche, blinde Aktionismus fährt gerade viele Existenzen an die Wand. Außerdem sterben 30’000 Kinder pro Tag an Unterernährung - und da spricht niemand von Solidarität.

Max Schetter

31.07.2020, 20:58

Wenn ich zur Maske gedrängt werde, verlange ich von denen die dies verlangen und von den Risikopatienten dass diese sich ab sofort gesund Ernähren(nur Bio, keine Zigaretten, kein Alkohol, weniger Fleisch und Zucker), dreimal pro Woche Sport machen, weniger Arbeiten falls es zu stressig ist und allg. Stress reduzieren. u.sw.. So werden alle Fit und haben ein gesundes Immunsystem.