Bund will seinen Beitrag für Fachhochschulen verdoppeln
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Bund will seinen Beitrag für Fachhochschulen verdoppeln

Die Fachhochschulen wollen ihre Forschung ausbauen. Die finanziellen Mittel dazu müssten erhöht werden, forderten am Mittwoch in Bern Vertreter von Politik, Bildung und Forschung.

Die Fachhochschulen (FH) geben zurzeit 189 Mio. Franken oder 14 Prozent ihrer Gesamtausgaben für die Forschung aus. Bundesrat Joseph Deiss rechnet mit einer Anhebung dieses Anteils bis 2011 auf 20 Prozent.

Der Bundesbeitrag, der derzeit mit 51 Millionen Franken 27 Prozent der FH-Forschungsausgaben trägt, solle bis 2011 auf 97 Mio. Fr. erhöht werden, erklärte Deiss anlässlich der Lancierung des «Tages der Forschung», der am Donnerstag an den Fachhochschulen durchgeführt wird.

6 Prozent mehr für Forschung

Ein hohes Forschungsniveau sei ein wesentlicher Standortfaktor im internationalen Wettbewerb. «Bildung, Forschung und Innovation dürften nicht der landesweiten Sparwut zum Opfer fallen», warnte Deiss gemäss Redetext. Der Kredit für diesen «BFI»-Bereich solle um mindestens sechs Prozent jährlich wachsen - um das doppelte des vom Bundesrat vorgesehenen allgemeinen Ausgabenwachstums.

Die praxisorientierte Forschung der Fachhochschulen sei eine Triebfeder für Wachstum und Wohlstand. Die FH sollten zum Think Tank für einzelne Branchen der Wirtschaft werden, forderte Deiss.

Nach den Worten des Aargauer Regierungsrates Rainer Huber, Präsident des Fachhochschulrates, lässt sich auch mit einem sechsprozentigen Wachstum des Forschungskredits das Schweizer Hochschulsystem bestenfalls auf dem heutigen Stand halten. Wäre das Wachstum geringer, drohe ein Numerus Clausus oder ein Niveausverlust bei Lehre und Forschung.

Schwerpunktbildung und Vernetzung

Um international konkurrenzfähig zu bleiben, sollen die Fachhochschulen noch mehr Schwerpunkte bilden, sich mit anderen Forschungsstätten im In- und Ausland vernetzen und den Wissenstransfer in die Wirtschaft fördern, forderten Huber und Markus Hodel, Präsident der Fachhochschulkonferenz.

Während in den FH-Bereichen Technik und Wirtschaft die Forschung schon eine gewisse Tradition habe, herrscht laut Hodel in den Bereichen Kunst, Pädagogik und Soziales noch ein gewisser Nachholbedarf. Beim FH-Lehrkörper müsse besonders der «Mittelbau» (Assistenten und wissenschaftliche Mitarbeiter) verstärkt werden.

Im Gegensatz zur Grundlagenforschung der universitären Hochschulen (die über die Hälfte ihrer Ausgaben für die Forschung aufwenden), orientiert sich die FH-Forschung an der Praxis. Sie will vor allem kleinen und mittleren Unternehmen rasch umsetzbare Lösungen bieten, wie Fabienne Marquis Weible von der Westschweizer Fachhochschule anhand von Beispielen erläuterte.

Am «Tag der Forschung» wollen die Fachhochschulen und das zuständige Bundesamt für Berufsbildung und Technologie am Donnerstag Einblick in die FH-Forschungsarbeit gewähren und deren Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft aufzeigen. (sda)

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