06.04.2020 14:38

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Bund will Vögel vor dem Stromtod retten

Das Bundesamt für Umwelt erlässt ein Verordnungspaket zum Umweltschutz. Unter anderem sollen Vögel vor dem Tod am Strommasten geschützt werden.

von
obr
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Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat am Montag insgesamt sechs Umweltverordnungen in die Vernehmlassung geschickt. Insbesondere sollen der Vogel- und Lärmschutz durch die Verordnungen verstärkt werden.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat am Montag insgesamt sechs Umweltverordnungen in die Vernehmlassung geschickt. Insbesondere sollen der Vogel- und Lärmschutz durch die Verordnungen verstärkt werden.

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Bis Ende 2030 sollen bestehende Strommasten saniert werden, die aufgrund ihrer Bauweise eine Stromschlaggefahr für Vögel wie Uhus und Störche darstellen.

Bis Ende 2030 sollen bestehende Strommasten saniert werden, die aufgrund ihrer Bauweise eine Stromschlaggefahr für Vögel wie Uhus und Störche darstellen.

Keystone/Jean-christophe Bott
Die Revision der Verordnung über elektrische Leitungen sieht vor, dass in der ganzen Schweiz sämtliche Strommasten der regionalen und überregionalen Verteilnetze überprüft und – wenn nötig – vogelsicher gestaltet werden.

Die Revision der Verordnung über elektrische Leitungen sieht vor, dass in der ganzen Schweiz sämtliche Strommasten der regionalen und überregionalen Verteilnetze überprüft und – wenn nötig – vogelsicher gestaltet werden.

Facebook/BirdLifeSchweiz

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat am Montag insgesamt sechs Umweltverordnungen in die Vernehmlassung geschickt. «Der Umweltschutz bleibt auch in der ausserordentlichen Lage aufgrund des neuen Coronavirus wichtig», schreibt der Bund in einer Mitteilung.

Das «Verordnungspaket Umwelt Frühling 2021» trage dem Rechnung, wenn es zum Beispiel das Elektro-Recycling verbessert, oder Betreiber von Zementwerken anhält, ihre Emissionen zu verringern. Insbesondere sollen der Vogel- und Lärmschutz durch die Verordnungen verstärkt werden.

Vögel schützen

Bis Ende 2030 sollen bestehende Strommasten saniert werden, die aufgrund ihrer Bauweise eine Stromschlaggefahr für Vögel wie Uhus und Störche darstellen. Für diese und andere grosse Vögel, die sich gerne auf Masten setzen, ist der Stromschlag eine der häufigsten nicht natürlichen Todesursachen.

Die Revision der Verordnung über elektrische Leitungen sieht vor, dass in der ganzen Schweiz sämtliche Strommasten der regionalen und überregionalen Verteilnetze überprüft und – wenn nötig – vogelsicher gestaltet werden. Betroffen sind gemäss Schätzung des Bundesamts für Umwelt (Bafu) rund 25'000 Strommasten, die rund 400 Netzbetreibern gehören.

Die Revision sei im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft, weil sie dem Schutz von gefährdeten Vogelarten zugutekomme. Zudem trügen die Sanierungsmassnahmen dazu bei, Betriebsunterbrüche als Folge eines Stromschlages zu verhindern. Die technischen Massnahmen benötigen laut dem Bund keine Baubewilligung und können im Rahmen von Unterhaltsarbeiten umgesetzt werden.

BirdLife erfreut, will aber kürzere Übergangsfrist

Wie BirdLife Schweiz in einer Medienmitteilung schreibt, «geht die vom Bundesrat heute in die Vernehmlassung geschickte Revision der Leitungsverordnung in die richtige Richtung». Beim Uhu zum Beispiel seien Erd- und Kurzschlüsse an gefährlichen Masten die Todesursache für einen Viertel bis einen Drittel der Tiere.

Die Sanierung der für Vögel gefährlichen Masten solle nun rasch an die Hand genommen werden. Denn: «Die nötigen Massnahmen sind bereits seit Jahrzehnten bekannt» und die Sanierung könne mit einfachen Mitteln durchgeführt werden. «Allerdings kritisiert BirdLife Schweiz die lange Übergangsfrist bis 2030. Bis dann werden nochmals unzählige Grossvögel an gefährlichen Masten umkommen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Kampf gegen Strassenlärm

Weitere Massnahmen ergreift der Bund gegen übermässigen Strassenlärm. Mit der Revision der Lärmschutz-Verordnung sollen die Kantone bei der Lärmsanierung der Strassen weiterhin finanziell unterstützt werden. Zudem soll die gute Koordination zwischen Bund und Kantonen fortgesetzt werden; mit dem Ziel, die Bevölkerung dauerhaft vor schädlichem Strassenlärm zu schützen.

Obwohl sich in den vergangenen zehn Jahren die kantonalen Investitionen verzehnfacht haben und die Zahl der geschützten Personen deutlich gestiegen ist, bleibt übermässiger Strassenlärm laut den Behörden ein Problem: Über eine Million Menschen ist diesem Lärm am Wohnort ausgesetzt.

(obr/sda)

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