Trotz Plan B: Bund zieht teuren Gotthard-Korridor vor
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Trotz Plan BBund zieht teuren Gotthard-Korridor vor

Mit den richtigen Bahnwaggons können künftig auch vier Meter hohe Lastwagen auf der Gotthard-Achse transportiert werden. Trotzdem will der Bund einen Spezial-Korridor für 940 Millionen Franken bauen.

von
rey
Die Testfahrten wurden von der Bahn-Support GmbH koordiniert.

Die Testfahrten wurden von der Bahn-Support GmbH koordiniert.

Eine Tochterfirma des französischen Logistik-Unternehmens SNCF Geodis hat auf der Gotthard-Strecke Niederflur- Tragwagen für den Transport von Sattelaufliegern mit vier Metern Eckhöhe getestet. Die «Viia Helvetica» zwischen Deutschland und Norditalien soll ab 2015 in Betrieb gehen.

Ziel war, zu zeigen, dass die Sattelauflieger dank der tiefer gelegten Wagen durch die Lichtraumprofile von 3,84 Metern auf der Gotthard-Strecke passen. Der Test sei erfolgreich verlaufen, meldete Viia am Mittag. Das System «Modalohr» könne zwischen Basel und Chiasso eingesetzt werden, ohne dass an Schienen und Infrastrukturen Anpassungen nötig seien. Es brauche aber neue Terminals, weil die Niederflurwagen von der Seite her horizontal beladen werden.

Als Konkurrenz oder Alternative zum Vier-Meter-Korridor auf der Gotthard-Achse, der 940 Millionen Franken kostet, sieht Viia das Projekt nicht. Es sei vielmehr eine Ergänzung für Sattelauflieger, die nicht mit einem Kran verladen werden könnten, sagte Kurt Metz, Kommunikationsbeauftragter von Viia in der Schweiz, der Nachrichtenagentur SDA.

Bund hält am 4-Meter-Korridor fest

Andreas Windlinger vom Bundesamt für Verkehr (BAV) bestätigt gegenüber 20 Minuten Online, dass auch ein erfolgreicher Test nicht dazu führe, dass der Vier-Meter-Korridor nicht gebaut werde. «Wir sehen die Modalohr-Wagen als mögliche Ergänzung oder Übergangslösung.» Mit ihnen könne man die Kapazität nicht erreichen, die ein Vier-Meter-Korridor biete. Die Güter müssten für die Fahrt durch die Schweiz auf die speziellen Wagen umgeladen werden.

Am Mittwochvormittag war der Testzug - eine Lok und zwei Niederflur-Wagen samt aufgeladenem Sattelauflieger - von Arth-Goldau SZ nach Airolo TI und zurück gefahren. Eine zweite Fahrt war am Nachmittag geplant.

Kosten wird die Anpassung der Zufahrten zu den Basistunnels durch den Gotthard und den Ceneri 940 Millionen Franken. Das Parlament hat gefordert, dass die gesamte Gotthard-Achse bis 2020 ausgebaut wird. Die Lötschberg-Simplon-Achse ist für die Sattelauflieger mit vier Metern Eckhöhe befahrbar. Nach Angaben des BAV überquerten im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 628 000 Lastwagen die Alpen. Das Verlagerungsziel liegt bei jährlich 650 000 Lastwagenfahrten ab dem Jahr 2018. (rey/sda)

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