Bundesamt warnt vor deutschen Ärzten
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Bundesamt warnt vor deutschen Ärzten

Peter Indra, Leiter Krankenversicherung im BAG, warnt vor einem Prämienschub. Wenn das Parlament den Zulassungsstopp für Ärzte nicht verlängere, würden vorab deutsche Ärzte in Ballungszentren Praxen eröffnen.

Er hoffe, dass der bisher widerborstige Nationalrat in der Sommersession noch einschwenke und den Zulassungsstopp verlängere, sagte der Chefbeamte vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einem Interview in der Berner Tageszeitung «Der Bund» vom Freitag. Für danach setzt er auf eine Beschränkung der Zahl der Spezialisten.

In Schweizer Spitälern arbeiteten heute rund 6000 ausländische Ärzte, die Mehrzahl von ihnen seien Deutsche. Wenn nur 10 Prozent davon eine Praxis eröffnen würden, würde die Grundversicherung jährlich mit 300 Mio. Franken belastet. Das entspräche einem Prämienschub von 1 bis 1,5 Prozent, warnt Peter Indra.

Zustrom aus EU eindämmen

Der 2002 eingeführte Zulassungsstopp soll vor allem einen Zustrom von EU-Ärzten aus den Schweizer Spitälern in die freie Praxis unterbinden. Ärzte dürfen nur dann eine Praxis eröffnen, wenn ein Vorgänger aufgibt oder der Kanton eine Ausnahme macht.

Der Ständerat beschloss im Winter 2007, dieses bereits einmal verlängerte und am 3. Juli 2008 auslaufende Regime bis Ende 2010 zu verlängern, doch stellte sich im März der Nationalrat quer. Die Ständeratskommission beantragt ihrem Rat, in der Sommersession am Ärztestopp festzuhalten. Sie hofft, den Nationalrat zum Einlenken bewegen zu können.

Eine Absage erteilt der BAG-Chefbeamte im Zeitungsinterview dem Helsana-Vorschlag für eine Grundversicherung mit zwei Varianten, wobei Sparmodelle der Standard wären: Das Modell gebe den Kassen zu viel Entscheidungsmacht und sei «undurchsichtig».

(sda)

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