Geldwäscherei: Credit Suisse im Fall um bulgarischen «Kokain-König» angeklagt

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GeldwäschereiCredit Suisse im Fall um bulgarischen «Kokain-König» angeklagt

Die Credit Suisse soll die Geldwäscherei bulgarischer Krimineller nicht genügend verhindert haben. Die Bank weist die Vorwürfe zurück.

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Es geht um die Geldwäscherei einer bulgarischen kriminellen Bande. Im Bild: Der Clan-Chef  Evelin Banev.

Es geht um die Geldwäscherei einer bulgarischen kriminellen Bande. Im Bild: Der Clan-Chef Evelin Banev.

Wikipedia/TheRightPost
Der Bank wird vorgeworfen,  «nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen zu haben, um die Geldwäscherei von Vermögenswerten zu verhindern, welche der kriminellen Organisation gehörten und unter ihrer Kontrolle standen.»

Der Bank wird vorgeworfen, «nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen zu haben, um die Geldwäscherei von Vermögenswerten zu verhindern, welche der kriminellen Organisation gehörten und unter ihrer Kontrolle standen.»

Reuters

Darum gehts

  • Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die Credit Suisse erhoben.

  • Der Vorwurf: Die Bank soll die Geldwäscherei einer kriminellen bulgarischen Bande nicht verhindert haben.

  • Die Credit Suisse ist sich keiner Schuld bewusst.

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die Grossbank Credit Suisse eingereicht. Der Bank wird vorgeworfen, «nicht alle erforderlichen und zumutbaren organisatorischen Vorkehren getroffen zu haben, um die Geldwäscherei von Vermögenswerten zu verhindern, welche der kriminellen Organisation gehörten und unter ihrer Kontrolle standen», heisst es in der Medienmitteilung der Bundesanwaltschaft. Die BA erhebt gleichzeitig Anklage gegen eine ehemalige Kundenbetreuerin der Bank und zwei Mitglieder der kriminellen Organisation.

Die Ermittlungen dauerten mehrere Jahre. Im Zentrum steht eine kriminelle Organisation aus Bulgarien. Der mafiöse Clan hat mehrere Tonnen Kokain von Südamerika nach Europa geschmuggelt und Geldwäscherei betrieben. Der Chef der Bande, der bulgarische «Kokain-König» Evelin Banev alias Brendo, wurde in mehreren europäischen Staaten verurteilt.

Busse von höchstens fünf Millionen Franken

Der Erlös aus dem Verkauf der Betäubungsmittel wurde gemäss Bundesanwaltschaft in der Schweiz deponiert und danach insbesondere durch Immobilienkäufe in Bulgarien und in der Schweiz in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust. «Vor allem im Zeitraum zwischen Juni und September 2007 war die kriminelle Organisation damit beschäftigt, die Gelder krimineller Herkunft in Sicherheit zu bringen und der Justiz zu entziehen», heisst es in der Medienmitteilung.

Die Bank wies in einer Stellungnahme die Vorwürfe hinsichtlich angeblicher Organisationsmängel zurück. Credit Suisse werde ihre Position entschlossen verteidigen. Das Schweizer Bundesstrafgericht könne in einem solchen Verfahren neben einer Gewinneinziehung eine Busse von höchstens fünf Millionen Franken verhängen.

(20min/Reuters)

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