Aktualisiert 18.02.2020 18:59

Zuvor verschollenBundesarchiv findet Crypto-Dossier wieder

Die vermissten Untersuchungsakten zur Spionage-Affäre rund um die Zuger Firma Crypto AG sind überraschend wieder aufgetaucht.

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Die Zuger Firma Crypto AG verkaufte über Jahre hinweg von der CIA und vom BND manipulierte Verschlüsselungsgeräte.

Die Zuger Firma Crypto AG verkaufte über Jahre hinweg von der CIA und vom BND manipulierte Verschlüsselungsgeräte.

Keystone/urs Flueeler
Bruno von Ah hat im Jahr 1967 als Entwicklungsingenieur bei der Firma angefangen. Er sagt zu 20 Minuten, dass die normalen Angestellten nichts von den eingebauten Hintertüren gewusst hätten.

Bruno von Ah hat im Jahr 1967 als Entwicklungsingenieur bei der Firma angefangen. Er sagt zu 20 Minuten, dass die normalen Angestellten nichts von den eingebauten Hintertüren gewusst hätten.

SRF
«Die Algorithmen, die wir einbauen mussten, waren dermassen komplex, dass sogar wir nur sehr schwer herausfinden konnten, dass eine Hintertür eingebaut wurde.»

«Die Algorithmen, die wir einbauen mussten, waren dermassen komplex, dass sogar wir nur sehr schwer herausfinden konnten, dass eine Hintertür eingebaut wurde.»

Rama/lizenz Cc-by-sa-2.0-fr

Das Bundesarchiv hat ein vermisstes Dossier mit Untersuchungsakten der Bundespolizei zum Fall Crypto AG gefunden. Es steht noch unter Schutzfrist.

Das Dossier enthält Akten zur Untersuchung gegen die Crypto AG aus den 1990er-Jahren. Die SRF-Sendung «Rundschau» habe 2014 Einsicht in die Unterlagen nehmen wollen, wie die SRF-Sendung «Echo der Zeit» am Dienstag mit Verweis auf die «Tagesschau» mitteilte. Die Bundespolizei habe demnach die Einsicht verweigert und das Dossier zurück ans Bundesarchiv gesendet.

Schützenswerte Personendaten

Beim Zurückstellen sei es «versehentlich in ein anderes Dossier und damit auch am falschen Standort» abgelegt worden, schreibt das Bundesarchiv am Dienstag auf seiner Webseite. Dieses hatte gemäss eigenen Angaben die Suche nach den Unterlagen in den vergangenen Monaten kontinuierlich ausgeweitet.

Die Akten über die Untersuchung zur Crypto AG werden teilweise auch heute noch unter Verschluss gehalten. Der Grund liegt in schützenswerten Personendaten. So hat es gemäss Jürg Bühler, Vizechef des Nachrichtendienstes, Meldungen von ausländischen Partnern drin, die einem Quellenschutz unterlägen und auch Protokolle von parlamentarischen Kommissionen, die im Moment nicht geöffnet werden könnten. (sda)

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