Beinahe-Crash: Bundesgericht spricht Fluglotsen frei
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Beinahe-CrashBundesgericht spricht Fluglotsen frei

Die Beschwerde eines Flugverkehrsleiters nach einem Vorfall im März 2011 wurde gutgeheissen. Skyguide ist mit dem Urteil zufrieden.

von
scl
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Ein Fluglotse hatte zwei Flugzeugen gleichzeitig die Starterlaubnis erteilt und damit im März 2011 beinahe einen Crash von zwei Airbus-Maschinen verursacht.

Ein Fluglotse hatte zwei Flugzeugen gleichzeitig die Starterlaubnis erteilt und damit im März 2011 beinahe einen Crash von zwei Airbus-Maschinen verursacht.

Keystone/Ennio Leanza
Das Bezirksgericht Bülach hatte den Fluglotsen, der mittlerweile im Hintergrund der Flugsicherung arbeitet, im Dezember 2016 noch freigesprochen.

Das Bezirksgericht Bülach hatte den Fluglotsen, der mittlerweile im Hintergrund der Flugsicherung arbeitet, im Dezember 2016 noch freigesprochen.

Das Gericht äusserte damals Verständnis für die stressige Arbeitssituation des Lotsen. (Symbolbild)

Das Gericht äusserte damals Verständnis für die stressige Arbeitssituation des Lotsen. (Symbolbild)

Keystone/Christian Beutler

Das Bundesgericht hat einer Beschwerde eines Flugverkehrsleiters von Skyguide stattgegeben. Die Richter sprachen ihn vom Vorwurf der fahrlässigen Störung des öffentlichen Verkehrs frei.

In einer Medienmitteilung von der Nacht auf Freitag zeigte sich Skyguide mit dem Urteil zufrieden. Die Organisation sei aber trotz dieses erfreulichen Freispruchs davon überzeugt, dass im Schweizer Gesetz ein Rahmen für die in der Aviatik gelebte Sicherheitskultur «Just Culture» fixiert werden müsse, hiess es weiter.

Damit solle es Mitarbeitern gesetzlich ermöglicht werden, Fehler zu melden, ohne disziplinarische Konsequenzen befürchten zu müssen, sofern diese nicht mutwillig oder grobfahrlässig begangen worden seien.

Zwei Startfreigaben

Hintergrund der Beschwerde am Bundesgericht war ein Fall vom März 2011 am Flughafen Zürich. Zwei Maschinen erhielten kurz nacheinander die Startfreigabe auf den sich kreuzenden Pisten 16 und 28. Das Flugzeug auf Piste 16 startete wie vorgesehen, während die Maschine auf Piste 28 den Start abbrach.

Der beteiligte Flugverkehrsleiter von Skyguide musste sich später aufgrund des Vorfalls vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten und wurde freigesprochen. Dagegen legte die Staatsanwaltschaft Rekurs ein und zog den Fall zum Zürcher Obergericht weiter. Dieses sprach den Mann aber für schuldig, wogegen er nunmehr erfolgreich seine Beschwerde beim Bundesgericht einreichte. (scl/sda)

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