Grand Casino Basel: Bundesgericht verdonnert Casino zu Millionenbusse
Aktualisiert

Grand Casino BaselBundesgericht verdonnert Casino zu Millionenbusse

Weil das Casino Basel einen Treuhänder trotz zu hoher Einsätze nicht sperrte, muss es 1,5 Millionen Franken Busse bezahlen. Zunächst hatte die Strafe 4,9 Mio. Franken betragen.

von
Samuel Hufschmid
2005 gewann der Treuhänder im Grand Casino Basel 707'105 Franken.

2005 gewann der Treuhänder im Grand Casino Basel 707'105 Franken.

Wie jeder November hatte auch der im Jahr 2005 exakt 30 Tage. An 26 davon fütterte ein Besucher im Casino Basel die Spielautomaten mit Geld und liess sich 1,57 Millionen Franken auszahlen, wie das Bundesgericht in der Urteilsbegründung exakt auflistet. Drei Jahre lang ging das so, ohne dass das Casino den offenbar spielsüchtigen Mann hätte sperren lassen - obwohl ihm in dieser Zeit 24,5 Millionen Franken Gewinn ausbezahlt wurde und das Casino davon ausgehen musste, dass die getätigten Einsätze deutlich höher waren. Der Spieler sei ein gepflegter «Gewinnertyp» gewesen, argumentierte die Casino-AG vor Bundesgericht. Und blitzte damit ab.

«Das Casino hat gegen seine Sorgfaltspflicht verstossen», begründen die Richter die Busse von 1,5 Millionen Franken. Das Bundesverwaltungsgericht hatte die Busse in erster Instanz auf 3,1 Millionen festgesetzt, die Eidgenössische Spielbankenkommission sogar auf 4,9 Millionen. «Wir sind dennoch nicht zufrieden und haben mit einer erheblich tieferen Busse gerechnet», sagt Casino-Verwaltungsratsvizepräsident Gert Thoenen. Das Casino habe bereits 2011, also noch bevor die Untersuchung eingeleitet worden sei, strengere Kontrollen eingeführt. «Seither kann ein solcher Fall mit grösster Sicherheit ausgeschlossen werden», sagt Thoenen.

Süchtiger glaubte bis zuletzt an den Jackpot

Beim Spielsüchtigen handelt es sich um einen 46-jährigen Schweizer Immobilienverwalter, der sich 6,5 Millionen Franken von den Konten seiner Kunden besorgt hatte. Der zweifache Familienvater fälschte Abrechnungen, Bankauszüge und erschummelte sich Einzelunterschriften und trieb seine Firma in den Ruin. Im September 2013 wurde er vom Basler Strafgericht zu 4 Jahre und 9 Monate Haft verurteilt. «Ich glaubte bis zuletzt an den grossen Jackpot, der all meine Probleme lösen könnte», sagte er damals vor Gericht.

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