Reden-Remix: Bundeskanzler Kurz ist «oll around se wörld»
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Reden-RemixBundeskanzler Kurz ist «oll around se wörld»

Ein Künstler hat aus einer Rede des österreichischen Bundeskanzlers einen Remix gebastelt. Wie passend, dass Sebastian Kurz gerade in Moskau ist, um Putin zu treffen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz trifft am Mittwochnachmittag Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Dieser hatte in den letzten zwei Wochen krankheitsbedingt mehrere Wahlkampfauftritte von seiner Agenda gestrichen, nun scheint er für Staatsgespräche wieder fit genug zu sein.

Pünktlich zu Kurz' erstem Auslandsbesuch ausserhalb der EU hat der österreichische Remix-Künstler Kurt Razelli einen Clip mit dem Titel «Kurz In A World» auf Youtube gestellt (siehe oben). Zu eingängigen Beats «rappt» der 31-Jährige darin seine Rede vor der UNO-Generalversammlung in New York vom letzten Jahr. Damals war Kurz noch Aussenminister.

Kurz will EU-Linie vertreten

Dass Kurz jetzt nach Moskau gereist ist, hat im Vorfeld für Kritik gesorgt. Der Besuch eines EU-Regierungschefs könnte Putin im laufenden Wahlkampf zu Propagandazwecken nutzen, hiess es. Themen wie die anhaltende Ukraine-Krise und die EU-Sanktionen gegenüber Russland sind ebenfalls sensibles Terrain.

Die neue Mitte-rechts-Koalition unter Kurz gilt als russlandfreundlich. Der 31-jährige Bundeskanzler betonte, auch kontroverse Themen wie die Konflikte in der Ukraine und in Syrien ansprechen zu wollen – und dabei die Linie der Europäischen Union zu vertreten.

Österreichische Beteiligung an UNO-Mission möglich

Kurz vor dem Gespräch mit Putin hat Kurz Bereitschaft für eine Beteiligung an einer möglichen UNO-Mission in der Ostukraine gezeigt: «Es ist sinnvoll, dass über eine UNO-Blauhelm-Lösung nachgedacht wird», sagte er in Moskau. Es könne sein, dass auf Österreich eine besondere Verantwortung zukomme. «Wir stehen grundsätzlich bereit», sagte Kurz.

In Syrien wiederum habe Russland die Verantwortung, mitzuwirken, um das Blutvergiessen zu beenden. Er werde das «im Namen vieler europäischer Partner einfordern».

Für den Bundeskanzler und Putin ist es nach 2014 und 2016 das dritte Treffen. Laut Emil Brix, Russland-Kenner und ehemaliger österreichischer Botschafter in Moskau, pflegten die beiden schon immer eine gute Beziehung. «Daraus könnte Männerfreundschaft werden», sagte er im «Ö1 Morgenjournal». (20 Minuten)

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