Bundesligastart mit Klassiker

Aktualisiert

Bundesligastart mit Klassiker

Mit dem ersten Schnee fallen in Deutschlands populärster Liga auch wieder die ersten Tore. Der Start zur Bundesliga- Rückrunde steht am Freitag im Programm. Im Dortmunder «Prolog» begegnet der neue BVB-Coach Jürgen Röber dem FC Bayern München. Diverse Schweizer Nationalspieler stehen vor kursweisenden Monaten.

Ein halbes Jahr nach dem WM-Hype steht der Klub-Fussball wieder vollumfänglich im Zentrum der deutschen Sportöffentlichkeit. Vier Teams können sich vor dem 18. Spieltag seriös mit der Titelvergabe befassen. Leader Werder Bremen, die punktgleichen Schalker, die drei Zähler dahinter klassierten Bayern und die für einmal wieder positiv überraschende Equipe aus Stuttgart haben sich mit beträchtlicher Reserve auf den Rest der 18er-Liga in den Top 4 eingereiht.

In der 40-tägigen Pause drehte sich das Personalkarussell langsamer als auch schon. Bochum und der an vorletzter Stelle positionierte HSV setzen auf neue Keeper. Marcel Koller will mit dem Tschechen Jaroslav Drobny (von Fulham) den Abstieg verhindern, die Hamburger setzen in ihrer Krise ab sofort auf den bei Schalke nicht mehr erwünschten Routinier Frank Rost (33). Bayern verlor das gescheiterte Talent Sebastien Deisler; der psychisch wie physisch angeschlagene Ex-Internationale erklärte wenige Tage nach seinem 27. Geburtstag den Rücktritt. Zu reden gab auch Ivan Klasnic. Dem kranken kroatischen Stürmer von Werder Bremen musste eine Spenderniere implantiert werden. Er wird dem besten Team der Vorrunde monatelang fehlen.

Strellers erste problemlose Vorbereitung

Unter Druck und (Fern-)Beobachtung steht die Schweizer Fraktion - allen voran Alex Frei. Der Topskorer der Nationalmannschaft ist in Dortmund gesetzt und wurde im Dezember von den Anhängern zum BVB-Spieler des Monats gewählt. Während der Vorbereitung verpasste er wegen Achillessehnenbeschwerden indes drei von vier Testspielen. Frei trainierte deshalb alternativ auf dem Velo und auf dem Laufband. «Gegen Bayern kann ich aber spielen, wenn mich der Trainer aufstellt. Das Problem ist behoben. Mir geht es gut», entwarnte der Stürmer.

Freis Teamkollege Philipp Degen hat ebenfalls keinen Grund zur Klage. Der Trainerwechsel kommt ihm nicht ungelegen. Jürgen Röber, der Bert van Marwijk ersetzte, bevorzugt ein offensiveres System. Degen goutiert Röbers Einstellung: «Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihm. Er redet sehr viel mit uns Spielern und er will, dass wir offensiv mehr zeigen.» Den (schwierigen) Vorstoss auf Platz 5 haben sich Degen und Co. zum Ziel gesetzt.

Bedeutend besser als Dortmund ist derzeit Stuttgart platziert. Armin Veh coachte den VfB mit jungem Personal an die erweiterte Spitze. Keinen Stammplatz besitzt beim «Aufsteiger» der Vorrunde Marco Streller. Erstmals seit drei Jahren hat der baumlange Stürmer aber eine Vorbereitungsphase ohne gesundheitliche Einschränkungen absolviert. Streller hat an Selbstvertrauen gewonnen: «Im Training funktionieren nun wieder Dinge, die mir letztmals vor Jahren gelungen sind.» Cacau und Mario Gomez heissen die Konkurrenten um einen Platz im Angriff der Schwaben. «Ich spüre, dass ich wieder ganz nahe dran bin. Ich werde voll angreifen.»

Wenig verändert hat sich an der unbefriedigenden Situation von Ludovic Magnin. Veh setzt in der Verteidigung auf den Ivorer Arthur Boka. Betis Sevilla hat sich für den Schweizer Internationalen interessiert. Der VfB will ihn aber offenbar nicht ziehen lassen.

Degen «Gewinner der Vorbereitung»

Ein weiterer Schweizer «Wackelkandidat» hat in den vergangenen sechs Wochen frappante Fortschritte erzielt: David Degen. Zu den sieben (!) Siegen in der Testserie trug der bald 24-Jährige fünf Treffer bei. Der Kommentator der «Rheinischen Post» erklärte Degen zusammen mit Wesley Sonck zum «Gewinner der Vorbereitung». Für Trainer Jupp Heynckes führt demnach kein Weg mehr an ihm vorbei - im Trennstrichduell gegen Cottbus wird der Mittelfeldspieler in der Startformation stehen. Und Degen hat einiges vor: «Bei uns steht praktisch eine neue Mannschaft auf dem Platz. Wir haben eine sehr gute Vorbereitung hinter uns und haben spielerisch zugelegt. Der Abstieg sollte so kein Thema mehr sein.»

Die restlichen SFV-Vertreter - Pirmin Schwegler und Tranquillo Barnetta (beide Leverkusen), Raphaël Wicky (HSV), Christoph Spycher sowie Beni Huggel (beide Frankfurt) - haben ihre Positionen im Klub mit Ausnahme von Schwegler zumindest gewahrt. Alle ausser dem jungen Luzerner werden wohl von Beginn weg spielen. Im Falle Wickys wird sich Trainer Thomas Doll erst vor der Partie entscheiden, da der Schweizer erst vor kurzem eine Wadenverletzung auskuriert hat. Auf den Walliser wäre der akut abstiegsbedrohte HSV allerdings angewiesen.

Der erste Rückrundenspieltag, 18. Runde

Freitag:

Borussia Dortmund - Bayern München

Samstag:

Herta Berlin - Wolfsburg

Nürnberg - Stuttgart

Bielefeld - Hamburger SV

Frankfurt - Schalke

Bochum - Mainz

Cottbus - Mönchengladbach

Sonntag:

Werder Bremen - Hannover

Aachen - Leverkusen

(si)

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