Tot in Langenthaler Garage: Bundesräte trauern um Volkan und Fitim
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Tot in Langenthaler GarageBundesräte trauern um Volkan und Fitim

Zwei junge Männer wurden tot in einer geschlossenen Garage in Langenthal gefunden. Freunde der Opfer vermuten, dass sie sich im Auto aufwärmen wollten und darum den Motor laufen liessen.

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aha/nel/miw/cho

Kerzen und Blumen sind vor einer privaten Garage in Langenthal ausgelegt. Ein gutes Dutzend Jugendlicher hält davor inne – sie trauern um ihre Freunde Volkan H.* (20) und Fitim D.* (19). Weinend stehen Kollegen und Bekannte um die Garage, ab und zu ist ein Schluchzen zu hören. Die beiden Freunde kamen am Mittwochabend in Langenthal ums Leben. In der mittelländischen Stadt wird getrauert, Kollegen der Opfer sind geschockt. Auch der Bruder von Volkan ist vor Ort: «Mir geht es beschissen», sagt er gegenüber 20 Minuten.

Am Mittwochabend war bei der Polizei die Meldung eingegangen, dass zwei Personen in einer Garage reglos aufgefunden worden waren. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der jungen Männer feststellen, wie die Kantonspolizei Bern mitteilt. «Ich habe aus den Nachrichten vom Tod der beiden erfahren. Was genau passiert ist, weiss aber offenbar niemand», so ein Langenthaler.

Der Tank des Autos in der Garage war leer

Fakt ist: Die beiden türkisch- und albanischstämmigen Männer wurden leblos an der Mittelstrasse aufgefunden. Freunde suchen nach Erklärungen, wollen eine Begründungen für den sinnlosen Tod der beiden jungen Männer. So sagt eine Kollegin der beiden Opfer gegenüber 20 Minuten: «Es ist so tragisch, dass die beiden schon so jung sterben mussten.» Die beiden hätten ihre Leben erst noch vor sich gehabt: Volkan H. war Polymech-Lehrling, Fitim D. war im Detailhandel tätig.

Der Todesfall der beliebten Langenthaler gibt in der Stadt zu reden: «Ich habe selber Kinder in diesem Alter. Seit dem Vorfall habe ich ein ungutes Gefühl», so eine Mutter, die in der Nähe der Garage einen Kiosk betreibt. Ein Freund von Volkan gibt zudem ein mögliches Szenario ab: Die Verstorbenen hätten oft vor der Garage an der Mittelstrasse «gechillt». «Ich schätze, dass sie sich im Auto aufwärmen wollten, das Garagentor schlossen und den Motor laufen liessen. Das muss ihnen zum Verhängnis geworden sein.» Er vermutet eine Kohlenmonoxidvergiftung. Der Tank des Autos sei leer gewesen, als die beiden gefunden wurden.

Bundesrat gedenkt der Opfer

Die Polizei kann noch keine offiziellen Angaben zur Todesursache machen: «Es ist noch zu früh, wir können derzeit nichts bekanntgeben», sagt Mediensprecher Nicolas Kessler. Nach aktuellem Erkenntnisstand könne ein Gewaltverbrechen jedoch ausgeschlossen werden. Die Toten sind formell noch nicht identifiziert. Wie die Polizei mitteilt, bestehen aber klare Hinweise zur Identität.

Auf Facebook ist die Trauer gross. Etliche Profilbilder von Langenthalern sind auf schwarz gestellt worden. Ein Aufruf macht die Runde: Heute um 20 Uhr soll bei der dortigen Poststelle eine Mahnwache abgehalten werden.

Bei der Garage, in der die beiden jungen Männer ums Leben kamen, hielt am Donnerstag auch der Bundesrat inne und gedachte der Opfer. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Johann Schneider-Ammann waren anlässlich dessen Wahlfeier in Langenthal.

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