Eklat um Köppel: «Bundesrätin Sommaruga ist hochnäsig»
Aktualisiert

Eklat um Köppel«Bundesrätin Sommaruga ist hochnäsig»

Roger Köppel steht nach seiner Attacke auf Bundesrätin Sommaruga in der Kritik. Für ihn war sein Votum «kritisch, aber anständig».

von
Nikolai Thelitz

Herr Köppel, während Ihres Votums lief Bundesrätin Simonetta Sommaruga aus dem Saal, die SP-Fraktion folgte ihr. Was sagen Sie dazu?

Das ist eine respektlose, undemokratische Diskussionsverweigerung. Ich habe als offizieller Sprecher der unterlegenen Minderheit meine kritischen Argumente gegen diesen Verfassungsbruch sachlich dargelegt. Die wollte sie nicht hören. Dass die ganze SP-Fraktion den Saal ebenfalls verliess, ist eine Bankrotterklärung.

Wenn Ihr Votum so harmlos war, wieso ging dann Sommaruga?

Frau Sommaruga ist entweder dünnhäutig oder hochnäsig. In der Schweiz darf eine Bundesrätin nicht jede Kritik gleich als Majestätsbeleidigung auffassen. Wir sind hier nicht in einer Monarchie. Wie reagiert denn Bundesrätin Sommaruga in wirklich harten Verhandlungen, wenn sie schon bei mir davonläuft?

Sie waren laut Ratskollegen «unanständig», «frech» oder «unflätig». Sind Sie zu weit gegangen?

Unsinn. Ich war kritisch, aber immer anständig. Früher wäre die SP nicht abgeschlichen. SP-Grössen wie Hubacher oder Bodenmann hätten mir die Hammelbeine langgezogen. So stelle ich mir eine Parlamentsdebatte vor – als sachliche Auseinandersetzung.

Aber müssen Sie der Bundesrätin denn gleich vorwerfen, sie lasse sich erpressen?

Frau Sommuraga und ihre Kollegen haben sich doch eindeutig von der EU mit dem Forschungsabkommen Horizon 2020 erpressen lassen. Sie würden das aber nie zugeben, sondern brauchen Wohlfühlwörter wie «Verhandlungen» oder «Ausgleichsmassnahmen». Das muss man aufdecken.

Nationalratspräsidentin Markwalder hat Sie zum persönlichen Gespräch aufgeboten. Erwarten Sie eine Rüge?

Das wäre ja noch schöner. Ein Parlament ist kein Kuschelzoo, sondern da muss hart um die Sache gerungen werden. Ich habe ein Mandat von meinen Wählern, mich kritisch mit der linken Politik zu befassen. Das ist hoffentlich nicht verboten.

Sie sind noch nicht lange im Nationalrat, und schon voll auf Konfrontationskurs. Ist das der neue Politik-Stil?

Ich versuche, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn Frau Sommaruga kritische Wahrheiten nicht mehr erträgt, sollte sie sich überlegen, ob sie am richtigen Platz ist. Sind unsere Bundesräte nur von unkritischen Kopfnickern umgeben? Es scheint so.

Sie werden also weiterhin provozieren?

Ich werde weiterhin sagen, was ich denke.

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